Den aktuellen Zustand hält Theresia Görgen (Linke) für höchst bedenklich: „Der Brunnenhof als Veranstaltungsort vorenthält Besuchern das Recht, ohne Begleitung eine Toilette aufsuchen zu können.“ Das sei keine gleichberechtigte Teilhabe, sondern Diskriminierung.

Fachdezernent Thomas Schmitt (CDU) widersprach: In der zurückliegenden Veranstaltungssaison hätten Rollstuhlfahrer die Möglichkeit gehabt, die Behindertentoilette im Stadtmuseums Simeonstift auch außerhalb der Öffnungszeiten zu nutzen. „Man klingelt, es wird geöffnet, und man kann – ohne eskortiert zu werden – aufs Klo. Ich finde, damit ist den Bedenken Rechnung getragen.“ Eine Einschätzung, die Michael Frisch (AfD) teilte: „Das ist ein sachlicher und vernünftiger Umgang mit der Problematik.“

Die SPD erhielt ihren Antrag in ursprünglicher Form aufrecht: Die Stadt solle alsbald eine Planung präsentieren, damit der Rat den Toilettenbau beschließen kann. Der Verweis in den Ausschuss sei ein zeitraubender Umweg, erklärte die sozialpolitische Sprecherin Monika Berger. CDU-Vormann Köhler konterte, der Antrag sei „zu pauschal gehalten“ – und bekam die Mehrheit. 35 der 50 anwesenden Ratsmitglieder stimmten für die Weiterbehandlung im Ausschuss.

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