Frisch aus der Manufaktur: Landwirte vom Altfuchshof vermarkten ihre Produkte selbst

FOTO: (h_sab )

Saarburg. Der Bauernverband kritisiert die niedrigen Preise für Milch nach dem Wegfall der Quote. Statt zu jammern, haben zwei Landwirte mit Milchvieh in Saarburg-Kahren die Ärmel hochgekrempelt. Sie setzen auf die Direktvermarktung eigener Produkte. Der Altfuchshof eröffnet am Sonntag seine Käsemanufaktur.

Saarburg. Die Milchpreise sinken und decken oft nicht mal mehr die Kosten, die die Kühe verursachen. Über die Ursache für den Preisverfall der Milch, und wie er gestoppt werden kann, wird gestritten. Ein Teil der Landwirte setzt auf Expansion. Johann Hirt und Ronny Fuchsen aus Saarburg-Kahren haben sich für einen anderen Weg entschieden. Beide setzen auf die Direktvermarktung ihrer Produkte.

Hirt vermarktet über seinen Hofladen Eier und Fleisch von Tieren, die er selbst aufgezogen hat. Fuchsen setzt auf Käse aus eigener Produktion (siehe Extra). Dafür hat er jüngst einen mittleren sechsstelligen Betrag investiert und eine Käserei bauen lassen. Chefin der Käseproduktion ist seine Frau Silke.Pläne schon zwölf Jahre alt


"Die ersten Pläne für die eigene Käserei haben wir 2013 entwickelt", erzählt die 33-Jährige. Damals hätten sich die beiden Hofeigentümer bewusst dafür entschieden, den Weg in die Selbstvermarktung zu gehen. Parallel zur Planung der Käserei haben beide mehrere Lehrgänge im Allgäu besucht. "In den Kursen ging es etwa um den Rohstoff Milch, um Hygienevorschriften oder um praktisches Know-how", sagt Ronny Fuchsen, der in Biersdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) aufgewachsen ist.

Inzwischen sind die ersten Käse gereift. Es gibt beispielsweise Camembert, Hartkäse mit Bocks hornklee, grünem Pfeffer oder Kräutern. "Zurzeit experimentieren wir noch", sagt Silke Fuchsen. Sie überlegt, auch Rotschmierkäse, reifere Sorten und Joghurt anzubieten. Neben der Selbstvermarktung eigener Produkte setzen die Familien Fuchsen und Hirt weiter auf den Verkauf von Milch an die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Rheinland-Pfalz. "Auch wenn der Verkauf unserer Milch nicht kostendeckend ist, bedienen wir den Markt weiter", sagt Ronny Fuchsen. Langfristig will er aber den Bestand an Kühen von 80 auf 40 Stück halbieren. "Damit wäre die Käserei dann immer noch ausgelastet."Kochsendung im Fernsehen


Neben dem Aufbau ihres Käsesortiments hat Silke Fuchsen in diesem Sommer auch für die Fernsehsendung "Lecker aufs Land" des SWR gekocht. Heute ist sie dort um 20.15 Uhr zu sehen. Im Mittelpunkt steht natürlich Käse, "was auch sonst?", fragt sie rhetorisch. Kaum ist die Sendung zu Ende, beginnen die Vorbereitungen für das Hoffest am Sonntag, 13. September. Ab 11 Uhr sind die Tore geöffnet. Der Tag ist auch der offizielle Startschuss für die Aufnahme der Käseproduktion aus eigener Milch.Extra

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