Flugverkehr

Besitzer des Airports Hahn in der Schuldenfalle

Im Besitz der chinesischen HNA: der Hunsrück-Flughafen Hahn.FOTO: dpa / Thomas Frey

Lautzenhausen. Der chinesische Konzern HNA muss weltweit Firmenbeteiligungen verkaufen und steigt aus der Deutschen Bank aus.

Wie groß ist die finanzielle Krise beim Besitzer des Flughafens Hahn, dem chinesischen Mischkonzern HNA? Laut Medienberichten soll die chinesische Staatsregierung das Unternehmen dazu gedrängt haben, seinen Schuldenberg abzubauen. Es wird spekuliert, dass HNA über 80 Milliarden Euro Schulden hat. Seit Monaten machen immer wieder Berichte die Runde, dass der Konzern völlig überschuldet sei und Liquiditätsprobleme habe. Nun hat Peking offenbar die Reißleine gezogen. Wie alle Konzerne in China steht auch HNA unter staatlicher Kontrolle. Die Staatsregieung soll darauf drängen, dass sich das Unternehmen wieder auf sein Kerngeschäft, die Luftfahrt und den Tourismus, konzentriert.

Asiatischen Medien zufolge soll Peking HNA daher aufgefordert haben, seine Beteiligungen außerhalb Chinas zu verkaufen. Vergangene Woche wurde bekannt, dass HNA seinen auf 7,6 Prozent geschrumpften Anteil an der Deutschen Bank innerhalb der kommenden 18 Monate abstoßen will. Der Wert des Anteils wird auf über 860 Millionen Euro geschätzt. Auch sei geplant, den amerikanischen Technologie-Konzern Ingram Micro zu verkaufen – genauso wie den Schweizer Flugfracht-Abfertiger Swissport. Zudem soll sich HNA von seinen Beteiligungen an chinesischen Banken trennen. Ein Sprecher des Konzerns wird damit zitiert, man habe sich verpflichtet, „uns auf unsere Kerngeschäftsfelder Luftfahrt, Tourismus und Logistik zu konzentrieren, unseren Betrieb zu verbessern und unsere Bilanz zu stärken“.

Diese Pläne sollen bereits bestanden haben, bevor der Mitbegründer des Mischkonzerns, Wang, Anfang Juli in einem Dorf in Südfrankreich bei einem Sturz von einer Mauer ums Leben kam. Offiziell wird von einem Unfall des 57-Jährigen gesprochen. Vor dem Hintergrund der finanziellen Probleme, in denen HNA steckt, erscheint der Tod Wangs zumindest mysteriös.

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