Marx und Maria im Gesundheitsamt

Fassanstich vor dem Wieweler Bühnenbild (von links): Landrat Günther Schartz, Malerin Elisabeth Kretzschmar, Harald Michels, Leiter des Gesundheitsamts, und der Wieweler Präsident Hans-Karl Meunier. TV-Foto: Albert FollmannFOTO: (h_st )

Trier. Das Wieweler Bühnenbild wird diesmal nicht übermalt, sondern bleibt der Nachwelt erhalten. Die TV-Berichterstattung ist daran nicht ganz unschuldig.

Trier Den Besuchern der Kappensitzungen der KG "M'r wieweln noch en Zalawen" dürfte das imposante Bühnenbild der jüngsten Session noch in bester Erinnerung sein. Getreu dem Fastnachtsmotto "Wieweler Wetterkapriolen" hatte Malerin Elisabeth Kretzschmar die Kulisse mit Trierer Motiven gestaltet: Petrus, der den Himmel mit einem Schlüssel aufschließt und Kamellen hervorschießen lässt. Die Mariensäule, auf die es rote Rosen regnet. Die in Trier für viel Diskussionsstoff sorgende Marx-Statue, über der sich ein Gewitter zusammenbraut. Weiterhin sind dort Sehenswürdigkeiten wie Porta Nigra, Basilika und Dom abgebildet.
Dieses Bühnenbild wird normalerweise von Jahr zu Jahr übermalt. Das war dann auch nachzulesen in einem TV-Artikel über die Bühnenbilder an Fastnacht ("An Aschermittwoch wird's einfach übermalt", TV vom 8. Februar). Viel zu schade, dachte sich der Leiter des Gesundheitsamts, Harald Michels, und vereinbarte mit dem Wieweler-Vorstand, dass das monumentale Werk der Nachwelt erhalten bleiben soll. Und zwar im Besprechungsraum des Gesundheitsamts in der Paulinstraße.
Und wie könnte es bei solchen Frohnaturen wie dem Wieweler-Chef Hans-Karl Meunier und Michels auch anders sein: Die Übergabe wurde vergangene Woche mit einem kleinen karnevalistischen Rahmenprogramm gefeiert. Landrat Günther Schartz stach zur Feier des Tages ein Kölsch-Fässchen an. Er dankte den Wiewelern für die Überlassung des "lebendigen Zeugnisses Trierer Lebensfreude". Das Werk dokumentiere, dass das Gesundheitsamt nicht nur für den Landkreis, sondern auch für die Stadt Trier zuständig sei.
Elisabeth Kretzschmar erläuterte kurz ihr Werk und signierte es. Hans-Karl Meunier gab ein Gedicht zur Marx-Statue zum Besten und die Wieweler Musikgruppe "Zalawener Duckentscher" begeisterte mit karnevalistischen Eigenkompositionen.

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