Nach Duell mit Weißrussland

Deutsche Fed-Cup-Pleite offenbart Nachwuchsprobleme

Deutschlands Anna-Lena Grönefeld (v.) verlor mit ihrer Partnerin Mona Barthel im Doppel gegen Weißrusslands Asarenka und Marosawa mit 1:6, 6:0 und 9:11. FOTO: dpa / Julian Stratenschulte

Nach der deutlichen Pleite gegen Weißrussland steht für das deutsche Fed-Cup-Team der Abstiegskampf an. Das hat vor allem einen Grund: Hinter Angelique Kerber und Julia Görges fehlen die Alternativen auf Topniveau.

Barbara Rittner nahm kein Blatt vor den Mund. Der Klassenunterschied, der sich bei der krachenden 0:4-Pleite der deutschen Fed-Cup-Mannschaft gegen Weißrussland offenbart hatte, gab der starken Frau im deutschen Damentennis spürbar zu denken. Zu deutlich war die in Abwesenheit ihrer Topspielerinnen Angelique Kerber und Julia Görges von Routinier Andrea Petkovic angeführte Mannschaft in Braunschweig unterlegen. Doch Alternativen zur Ü30-Generation gibt es keine.

„Ich will Spielerinnen wie Antonia Lottner, Carina Witthöft oder Anna-Lena Friedsam auf keinen Fall abschreiben“, sagte Rittner, neben ihrem Amt als Head of Women's Tennis beim Deutschen Tennis Bund (DTB) auch weiterhin Bundestrainerin, anschließend: „Aber das sind nicht so große Talente wie Kerber oder Petkovic. Davon ist die aktuelle Generation weit entfernt, aber Bessere haben wir nun mal nicht.“

Die Lücke, die im deutschen Damentennis unterhalb der Spitze derzeit klafft, sie war am Wochenende nicht zu übersehen. Abgesehen von den Fed-Cup-Routiniers, die in Braunschweig zum Einsatz kamen, stehen nur noch Tamara Korpatsch (Hamburg), Lottner (Düsseldorf) und Witthöft (Hamburg) unter den ersten 200 der Weltrangliste. Andere Hoffnungsträgerinnen sind vorerst nicht in Sicht. „Das ist die Sorge, die mich am meisten umtreibt, die auch den Fokus meiner Arbeit bestimmt“, sagte Rittner im Interview mit dem Münchner Merkur.

(sid/seka)
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