Zweite Basketball-Bundesliga

Taktische Kniffe und ein Traditionsduell

Logo_Gladiators_NeuFOTO: TV / Lambrecht, Jana

Trier. Nach dem vierten Sieg im vierten Auswärtsspiel steht für Trier am Sonntag das nächste Heimspiel an.

Am Tag, nachdem sein Team in einem dramatischen Duell mit 72:71 (37:39) bei den Karlsruhe Lions gewonnen und somit den vierten Sieg im vierten Auswärtsspiel eingefahren hat, möchte Christian Held zunächst eins klarstellen: „Taktisch kann man hier und da immer mal Sachen verändern.“, sagt der Trainer der Römerstrom Gladiators Trier. Dies funktioniere mal besser und mal schlechter. Dann das „aber“: „Basketball ist das ultimative Teamspiel – daher funktionieren taktische Umstellungen nur, wenn man als Mannschaft zusammenbleibt. Egal, wer bei uns ausfällt, wie die Situation auch ist – die Jungs kämpfen zusammen, das ist unsere Stärke. Wir sind ein Team, das haben die Jungs wieder bewiesen!“ Dabei hätte der Trierer Trainer auch Grund dazu, einen seiner taktischen Kniffe ein wenig deutlicher hervorzuheben.

Fünf Minuten sind im dritten Viertel gespielt, als Held von außen ein Zeichen gibt. Es läuft überhaupt nicht zu diesem Zeitpunkt für die Gladiatoren. Soeben hat Karlsruhe den Vorsprung auf zwölf Zähler ausgebaut (41:53) – nur die wenigsten der lautstarken Trierer Anhänger unter den 720 Zuschauern in der Karlsruher Europahalle glauben da wohl noch an einen Auswärtssieg. Doch es wird der Wendepunkt des Spiels. Helds Zeichen bedeutet: Umstellung von Manndeckung auf Zonen-Verteidigung, mit eingestreuten Manndeckungs-Elementen. Klingt kompliziert, ist aber erfolgreich. Immer wieder hat Karlsruhe – speziell in Person von Filmore Beck – den Gästen bis zu diesem Zeitpunkt die Bälle um die Ohren gehauen. Ein Dreier nach dem anderen landet im Trierer Korb. Doch nach der Umstellung ist Schluss mit lustig. Die Badener wirken perplex, ideenlos. Trier kommt Stück für Stück heran. Held: „Wir wussten, dass Karlsruhe mit der Zone Probleme haben wird.“

Im letzten Viertel entwickelt sich dann ein hochdramatisches Spiel. Die Führung wechselt immer wieder. Trier kämpft, zeigt viel Moral. Ganz stark: Till Gloger, Thomas Grün, Simon Schmitz – der trotz Daumenproblemen auf die Zähne biss – und Kevin Smit. Am Ende ist es Gloger, der wenige Sekunden vor Ende mit zwei Punkten den Deckel drauf macht. Und das, obwohl Trier schon nach vier Minuten der nächste Schock ereilt: Stefan Ilzhöfer knickt um, muss mit Schmerzen raus. Ausfall Nummer vier nach Jermaine Bucknor (Magen-Darm), Johannes Joos und Kyle Dranginis. Wie die Situation bei Ilzhöfer aussieht, sollen nun Untersuchungen ergeben.  Immerhin: Bucknor, so hofft Held, werde für das Heimspiel am Sonntag im Traditionsduell gegen Tübingen (17 Uhr) wieder fit sein. Übrigens: Sorge, dass die kriselnden Tübinger ausgeruht an die Mosel reisen können, sind unbegründet: Das Team von Trainer Aleksandar Nadjfeji muss am heutigen Freitag noch zu Hause gegen Hagen ran.

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