Nach dem Melbourne-Rennen

Schon im Krisenmodus: Vettel verordnet Ferrari Überstunden

Sebastian Vettel fuhr in Melbourne in einem Oldtimer - vor dem Rennen, bei der Fahrerparade. Foto: Andy Brownbill/AP FOTO: Andy Brownbill

Melbourne. Auf dem langen Heimflug nach Europa wehrte sich Sebastian Vettel gegen die düsteren Gedanken. Nach dem völlig verpatzten Start in die neue Formel-1-Saison ordnete der entsetzte Titeljäger für die kommenden Tage Überstunden bei Ferrari an.

„Da ist ein großes Potenzial im Auto, das wir entfesseln müssen“, forderte Vettel. Im fünften Ferrari-Jahr, das eigentlich zur Krönungsmesse für den Hessen werden soll, hatte der 31-Jährige als abgeschlagener Vierter zum ersten Mal im roten Auto das Podium in Australien verpasst. „Radikal und grausam für die Scuderia: am Samstag im Qualifying geschlagen und im Rennen am Sonntag gedemütigt“, schrieb Frankreichs Sportblatt „L'Équipe“.

Der neue Teamchef Mattia Binotto ist schon nach dem ersten Grand Prix seiner Amtszeit als Krisenmanager gefragt. „Wir müssen zuhause jetzt die Daten analysieren. Wenn wir das Problem finden, dann können wir noch viel stärker zurückkommen“, sagte der 49-Jährige. Wirklich beunruhigt wirkte der freundliche Herr Binotto, stets keck mit Lockenpracht und Gelehrtenbrille, bei seinen Ausführungen noch nicht.

Auch Vettel wollte vom Glauben an seine WM-Chance nicht abrücken. Im Vorjahr sei das Team in Australien ebenso unzufrieden mit dem Auto gewesen und habe die Probleme in den zwei Wochen bis zum nächsten Rennen in Bahrain behoben, sagte der Heppenheimer. Damals hatte er allerdings trotz der Sorgen im Albert Park gewonnen.

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