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Gefährlich – fast wie im Krimi

FOTO: Neubert Rainer / Neubert, Rainer

Wer gedankenlos im Dunkeln läuft, setzt sich Gefahren aus. Besonders, wenn er/sie nicht gesehen wird. Höchste Zeit für ein launisches Ausrufezeichen in Form einer Laufkolumne.

Kennen Sie Lisbeth Salander? Sie ist kein Superstar der Laufszene, sondern die gelegentlich laufende dunkle Heldin der grandiosen Millenium-Trilogie des Krimiautors Stieg Larsson. Die zierliche-drahtige Computerexpertin bewegt sich mit Hochgeschwindigkeit im Dark Net, der bösen Seite des Internets.

Aber was hat die stark tätowierte Romanheldin in einer Laufkolumne zu suchen? Es geht nicht um geflügelte Tattoos, die inzwischen die Waden einiger meiner Lauffreunde zieren. Vielmehr komme ich mir bei Läufen in den winterlich-düsteren Stunden des Tages häufig so vor, als würde Lisbeth Salander an mir vorbeihuschen: Frauen, ganz in schwarz gekleidet, die Kapuze über den Kopf gezogen. So absolvieren sie ihre Runden und bleiben dabei oft ungesehen. Das Risiko, das sie oder ihre männlichen Gegenstücke durch ihre dunkle Kleidung in Kauf nehmen, ist ihnen möglicherweise ebenso wenig bewusst wie den Radfahrern, die sich – dunkel und ohne Beleuchtung – auf den Weg machen.

Und nun kommt wieder der Bezug zum Krimi ins Spiel: Verletzte – im schlimmsten Fall sogar Tote – kann es dann auch geben. Sie meinen, das ist übertrieben? Vielleicht ein wenig. Aber gefährlich ist die dunkle Kleiderwahl in den dunklen Stunden des Winters in jedem Fall. Auf diese Spannung kann ich jedenfalls verzichten.

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