Zukunft des DFB-Teams

„Neue Zeitrechnung“: Löw richtet alles auf Holland aus

Im Umbruch steht gerade Bundestrainer Löw im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Foto: Swen Pförtner FOTO: Swen Pförtner

Wolfsburg. Daumen hoch von Joachim Löw: Die Wurzelbehandlung an seinem Zahn hat der Bundestrainer überstanden. Die Schmerzen sind verflogen, berichtete Löw bei der Pressekonferenz in Wolfsburg und hob, als wäre es ein Zeichen für neuen Optimismus, seinen rechten Daumen.

Nun will er nach WM-Desaster und Abstieg in der Nations League die Grundprobleme der Fußball-Nationalmannschaft beheben. „Wir stehen vor einer neuen Herausforderung, einer neuen Zeitrechnung“, postulierte der in die Kritik geratene DFB-Chefcoach. Seinen Blick richtete er dabei gleich über das erste Testländerspiel des Jahres am Mittwoch (20.45 Uhr/RTL) gegen Serbien hinaus.

„Alles ist ausgerichtet auf die Partie am Sonntag gegen Holland. Die Woche steht in diesem Zeichen“, sagte Löw und schob eine deutliche Mahnung an sein stark verjüngtes Team hinterher. „Wir müssen vorbereitet sein.“ Der Auftakt in der EM-Qualifikation in den Niederlanden wird zum ersten großen Gradmesser für Löws umstrittenen Radikal-Umbruch. Die Serben um Bundesliga-Toptorjäger Luka Jovic von Eintracht Frankfurt sind mit ihrem gefährlichen Spiel für den 59-Jährigen eine perfekte Oranje-Kopie in der ersten Partie nach der Ausmusterung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng.

Eine souveräne Qualifikation für die EM 2020 mit den weiteren Gegnern Nordirland, Weißrussland und Estland ist die Jahresaufgabe. „Wir wollen eine gute Quali spielen und uns nicht irgendwie durchwursteln“, sagte Löw. Bei der EM im kommenden Sommer müsse er dann „liefern“. Dass dieser Weg mit seiner verjüngten Mannschaft von Rückschlägen begleitet sein wird, ahnt Löw nach dem sportlichen Maximal-Absturz 2018. Entsprechend bat er wie Direktor Oliver Bierhoff auch um Milde in der öffentlichen Bewertung.

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