Kritik an Zwayer

„Vollkatastrophe“: Videobeweis vor WM-Bewährungsprobe

Schiedsrichter Felix Zwayer geht nach dem betrachten des Videobeweises vom Monitor weg. Foto: Sebastian KahnertFOTO: Sebastian Kahnert

Berlin. Schiedsrichter Felix Zwayer hat zwei Tage nach dem DFB-Pokalfinale seine Entscheidung verteidigt, in der Schlussphase keinen Foulelfmeter für den FC Bayern zu geben.

Der Wirbel um den versagten Final-Elfmeter für den FC Bayern durch Schiedsrichter Felix Zwayer lässt die Zweifel am Videobeweis schon vor der WM weiter kräftig wachsen.

Als einer von 13 Unparteiischen ist der 37-Jährige bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland ausgerechnet als Video-Schiedsrichter im Einsatz - und steht vor der Abreise nach Moskau heftig in der Kritik.

„Dann brauchen wir auch keinen Videobeweis, dann können wir es auch lassen. Aber so ist es eine Vollkatastrophe“, zürnte Bayerns Torhüter Sven Ulreich über den ausgebliebenen Strafstoßpfiff Zwayers. Dass dieser in der Nachspielzeit auch nach Studium der Bilder an der Seitenlinie nicht auf Foul von Frankfurts Kevin-Prince Boateng an Javi Martinez erkannte, erleichterte selbst den Sensationssieger. „Ich treffe ihn, wenn er Elfmeter gibt, kann ich mich nicht beschweren“, gestand Boateng nach dem 3:1-Triumph im DFB-Pokalfinale.

Zwayer verteidigte am Montag seine Entscheidung, räumte aber auch ein, dass es sich „sicher nicht um eine Schwarz-Weiß-Szene“ handelte, „für die es eine 100 Prozent korrekte und von allen akzeptierte Lösung gibt“. Es gebe „Argumente für und gegen Strafstoß. Es ist also eine Entscheidung im Ermessen des Schiedsrichters“, sagte Zwayer der Deutschen Presse-Agentur. „Auf den Bildern habe ich keinen Kontakt gesehen, der mich überzeugt hat, meine ursprüngliche Wahrnehmung und Entscheidung zu ändern. Auch mit dem Abstand von zwei Tagen stehe ich zu dieser Entscheidung“, sagte er dem Magazin „Kicker“. „Treffer und Wirkung haben für mich nicht zusammengepasst“, betonte er.

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