US-Luftwaffe

Wenn der „Eifelwecker“ zwölfmal klingelt: Übungen auf der Airbase Spangdahlem (Fotos)

Bereitschaftsübungen auf der Airbase Spangdahlem FOTO:

Spangdahlem. In den vergangenen zwei Wochen donnerte es auf und um die Airbase Spangdahlem häufiger als normalerweise. Der gesamte Flugplatz hatte Bereitschaftsübungen. Doch was ist da eigentlich genau hinter dem Zaun passiert?

Es beginnt mit einem rauschenden „Sssccchhh“, dann kommt ein langgezogenes „Fiiieee“ hinzu, bis das Geräusch als lautes „Wrommm“ irgendwo zwischen den grauen Wolken verdröhnt. Ein F-16-Kampfjet hat die Startbahn auf dem amerikanischen Militär-Flugplatz bei Spangdahlem verlassen. Und da kommt auch schon der nächste: „Sch“, „Fie“, „Wrom“! Und noch einer. Und noch einer. Zwölf Flugzeuge heben innerhalb weniger Minuten ab, eines scheinbar lauter als das nächste.

Der Klang ist für viele Anwohner Alltag. Doch in den vergangenen beiden Wochen war der Alltag noch etwas alltäglicher als sonst. Besonders nach 22 Uhr sei der Lärm „eine Zumutung“ gewesen, sagt ein Anwohner aus Schweich. Er habe mehrmals versucht, sich über das Bürgertelefon der Luftwaffe zu beschweren, aber niemanden erreicht.

Früh morgens ab 7 Uhr kracht es. Nicht jeden stört das. „Eifelwecker“ nennt Fotograf Dalibor Ankovic den ersten Start des Tages scherzhaft. Er lebt in der Nähe der Airbase Ramstein, aber für eine gute Foto-Gelegenheit packt er sein Equipment ein und nimmt die 100 Kilometer Autofahrt nach Spangdahlem auf sich. Seit mehr als 30 Jahren macht er Fotos von der militärischen Luftfahrt. „Ich liebe dieses Geräusch“, sagt er. „Und sowieso war vor zehn Jahren wesentlich mehr los.“

Diese Meinung teilt nicht jeder: Eine junge Mutter aus Korlingen erzählt, dass ihre Tochter zwei mal verängstigt aufgewacht sei, weil mehrere Jets sehr tief über ihr Wohngebiet geflogen seien. Als sie sich bei der Airbase beschwerte, habe es gehießen, man könne ihr nicht weiterhelfen; man fliege, „wie es erlaubt sei“.

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