Verkehrskontrolle

Großkontrolle: Jeder fünfte Laster darf nicht weiterfahren (Video)

Stehengeblieben: die Beamten kontrollieren einen LKW aus Portugal. Er darf nicht weiterfahren. FOTO: Christian Thome

Niederöfflingen/Wittlich. Polizisten aus 14 Ländern kontrollieren am Rastplatz Eifel-West im Rahmen einer internationalen Schulung. Die Verstöße sind größtenteils technischer Natur. Oft ist Geduld gefragt – auch für eine Reisegruppe.

Ein LKW mit portugiesischem Kennzeichen fährt auf der Autobahn. Am Berg beschleunigt der Fahrer. Das Tacho zeigt 94 Stundenkilometer – erlaubt sind 80. Er schert vor einem Bus ein. Nicht, dass es einen richtigen Zeitpunkt für Verstöße im Straßenverkehr gibt, doch das Timing des portugiesischen Fahrers ist denkbar schlecht: im Bus hinter ihm sitzen 36 Polizisten aus 14 verschiedenen Ländern, die auf dem Weg zu einer großangelegten LKW-Kontrolle auf dem Rastplatz Eifel-West sind. Der Verkehrssünder darf sie begleiten.

Die Kontrolle findet im Rahmen des Tispol Road Policing Seminars statt. Tispol ist eine Vereinigung der europäischen Verkehrspolizeien. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten zu verringern“, erklärt Volker Orben, Leiter der deutschen Geschäftsstelle in Mainz. „Unser Beitrag dazu soll die Verkehrsüberwachung sein, mit der man Einfluss darauf nehmen kann.“ Seit zehn Jahren treffen sich die Tispol-Mitglieder aus verschiedenen Ländern um Erfahrungen auszutauschen. Die heutige Kontrolle schlägt also gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: zunächst überführt sie Verkehrssünder, zeigt jedoch gleichzeitig den Teilnehmern aus anderen Ländern, wie in Deutschland kontrolliert wird. „Wir hatten heute morgen im Rahmen eines Seminars das Thema ‚Fäschung von technischen Aufzeichnungen’. Wie wir diese Manipulationen nachweisen, wollen wir nun in der Praxis zeigen.“

Ein Paradebeispiel scheint der angesprochene portugiesische 40-Tonner zu sein. Sein Kontrollgerät zeigt Fehlermeldungen, die für die Beamten auf eine Manipulation hinweisen. Zu seinem verbotenen Fahrstil kommt also ein weiterer Verstoß gegen die Vorschriften. Der Fahrer hat inzwischen seine Spedition kontaktiert und scheint nichts von der Manipulation zu wissen.

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