Tourismus

Sonnige Saison, trübe Aussichten

Trier. Der lange schöne Sommer hat die Tourismusbranche in der Region Trier verwöhnt. Doch es gibt bei allem Sonnenschein auch Schatten: Der Fachkräftemangel bedroht die Branche.

Der nicht enden wollende Sommer 2018 bleibt der Tourismusbranche in bester Erinnerung: Diese Stimmung spiegelt sich bei den regionalen Gastronomiebetrieben und in der ganzen Tourismusbranche wider. 73,7 Prozent bewerten demnach die Geschäftslage als positiv, das sind 26 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. Für weitere 19,2 Prozent war der Saisonverlauf zufriedenstellend. Nur sieben Prozent beklagten einen schlechten Verlauf. Das geht aus den Ergebnissen der Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hervor, bei der sich 130 Betriebe des Tourismusgewerbes beteiligt haben.

„Diese gute Einschätzung zeigt sich in der Auslastung der Betriebe und den Umsätzen“, sagt Anne Kathrin Morbach, Tourismusreferentin der IHK Trier. Knapp 40 Prozent der befragten Hotelbetriebe und knapp 70 Prozent der Campingbetriebe konnten ihre durchschnittliche Zimmer- oder Stellplatzauslastung steigern. Ein positives Umsatzergebnis konnten knapp zwei Drittel der Betriebe erreichen. Das entspricht einem 30-prozentigen Zuwachs im Vergleich zu 2017. Den Angaben zufolge ist die Umsatzsteigerung insbesondere auf die gestiegenen Ausgaben bei den Urlaubsreisenden zurückzuführen. In dieser Gästegruppe erzielten mehr als die Hälfte der Betriebe steigende Umsätze.

Eitel Sonnenschein also in der für die Region Trier so wichtigen Branche? Vor allem ein Problem treibt die heimischen Betriebe um: „Ein großes Hemmnis bleibt der Fachkräftemangel. Dieser wird als einer der zentralen Risikofaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung eingeschätzt und erreicht einen Spitzenwert von 77,7 Prozent“, erläutert Morbach. In der Gastronomie geben sogar 83,3 Prozent an, dass der Fachkräftemangel für sie das größte Risiko darstellt. Mehr als die Hälfte der Betriebe können derzeit offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Mit knapp 70 Prozent liegt der Wert in der Gastonomie auch hier am höchsten.

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