Ihre Erfahrungen geben auch drei Auszubildende weiter:

Felicia Leuchter ist seit 2017, nach ihrem Abitur, Auszubildende für Gesundheits- und Krankenpflege am Saarburger Krankenhaus. „Viele meiner Freunde haben mich gefragt, warum ich mit dem Abitur nur eine solche Ausbildung mache“, erzählt die Aachenerin, die zur Lehre an die Saar gezogen ist. „Ich bin aber sehr glücklich in meinem Beruf. Viele sehen einfach nicht das Große und Ganze in der Pflege“, erzählt die junge Frau. Der Beruf sei sehr vielfältig und anspruchsvoll. Hinzu käme der Schichtdienst, der vielen etwas ausmache. „Doch wir sind oft der erste Ansprechpartner für die Patienten und das ist wichtig.“

Schichtdienst, hohe Qualifikationsansprüche – der Beruf ist sicher nicht einfach, erklärt auch Fachlehrerin Helga Becker-Merl. Wer unvorbereitet und uninformiert in den Job geht, gibt denn auch schon mal auf. „In einem Kurs von 30 Azubis hören im Schnitt fünf bis sechs Teilnehmer auf.“ Die Erfahrung hat auch Felicia Leuchter gemacht, eine Kollegin von ihr hat nach einigen Monaten die Ausbildung hingeworfen. „Die Ansprüche in der Schule und der Schichtdienst waren ihr zu viel.“

Auch Susana Dragomir hat überlegt, ob sie die Ausbildung schafft. Die alleinerziehende Mutter ist vor sechs Jahren nach Deutschland gekommen und hat nach ersten Sprachkursen in Teilzeitjobs gearbeitet. In Rumänien habe sie Psychologie studiert und deshalb wollte sie in einen ähnlichen Beruf. Nach einem Praktikum beim Malteser Hilfsdienst hat sie dann 2017 im Haus Burgblick eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen. „Das war am Anfang sehr schwer, doch ich habe viel Unterstützung bekommen“, sagt sie. Volker Kirchen, Leiter des Seniorenzentrums Haus Burgblick, kennt solche Startschwierigkeiten. „Von 15 Auszubildenden haben wir sechs über das Programm ,WeGebAU’ bekommen.“

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