(Video/Fotos) Feuer in der Metternichstraße in Trier: Geschäftsführer glaubt an Selbstentzündung der Papierballen - Polizei schätzt 50.000 Euro Sachschaden

Einsatz im dichten Rauch: Vier Löschzüge kämpfen am Mittwoch stundenlang gegen die Flammen auf dem Gelände der Steil Entsorgung GmbH im Industriegebiet Trier-Nord. TV-Foto: Jörg Pistorius FOTO:

Trier.. Großeinsatz für die Berufsfeuerwehr Trier: Auf dem Gelände der Steil Entsorgung GmbH brennen am Mittwochmorgen Hunderte Tonnen Altpapier. Eine riesige Rauchwolke steht über Trier-Nord. Polizei und Feuerwehr raten Anwohnern online und per Radio, Fenster und Türen geschlossen zu halten.


Ein allgegenwärtiger beißender Geruch weckt in vielen Anwohnern von Trier-Nord am Mittwochmorgen die Befürchtung, die Tragödie in der Petrusstraße habe sich wiederholt, ein weiteres Wohnhaus stehe in Flammen. In der Woche vor Silvester brachte ein Dachstuhlbrand die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in ernste Gefahr. Sie wurden von der Feuerwehr gerettet, das Haus ist zurzeit unbewohnbar und einsturzgefährdet (der TV berichtete).

Zum Glück steht kein Wohnhaus in Flammen. Dennoch ist die Lage sehr ernst. Auf einem Freigelände der Steil Entsorgung GmbH brennen Papierballen. Die gewaltigen Blöcke bestehen aus zusammengepresstem Altpapier und sind auf dem Areal in der Metternichstraße gelagert.

Mitarbeiter bemerken das Feuer gegen 9 Uhr. Trotz des leichten Dauerregens greifen die Flammen schnell auf mehrere der Papierblöcke über. Es gibt nach ersten Meldungen der Feuerwehr keine Verletzten.

Die Berufsfeuerwehr rückt mit den Löschzügen ihrer beiden Wachen an und alarmiert ebenfalls die Löschzüge Ruwer und Olewig. Es beginnt ein stundenlanger Kampf gegen die Flammen im eisigen Regen, eine besondere Belastung für die Feuerwehrleute. Um verborgene Glutnester zu finden, müssen die Brandbekämpfer die komprimierten Ballen auseinanderziehen. Einsatzkräfte vor Ort schätzen, dass insgesamt mehr als 350 Tonnen Papier brennen. Über die Onlinemedien und Radiosender der Region raten Polizei und Feuerwehr den Anwohnern von Trier-Nord, Fenster und Türen während des Rauchs geschlossen zu halten.

Parallel zur Bekämpfung des Feuers müssen die Einsatzkräfte der Polizei den Verkehr in Trier-Nord neu regeln. Die Metternichstraße ist ab der Abzweigung in die Rudolf-Diesel-Straße komplett gesperrt.
Da auch die parallel verlaufende Loebstraße wegen Bauarbeiten dicht ist, gibt es auf diesem Weg keine Durchfahrt mehr zwischen Trier und Ruwer. Es bleibt nur die Autobahn 602. Erst am Nachmittag gibt die Polizei eine Spur auf der Metternichstraße wieder zur Durchfahrt frei.

Christian Kühnel ist Geschäftsführer der Steil Entsorgung GmbH. "Wir haben im Februar letzten Jahres eine komplett neue Sicherheits- und Videoüberwachungsanlage auf dem Gelände installiert", sagt er im Gespräch mit dem TV. "So konnten wir direkt sehen, dass keine Personen in der Nähe waren, als das Feuer ausbrach." Kühnel glaubt deshalb an eine Selbstentzündung, und auch die Polizei hat bisher keinen Verdacht auf Brandstiftung geäußert.

Die Firma sperrt den gesamten Lagerbereich. Die Fahrzeuge werden laut Kühnel "bei Firmenkollegen" abgestellt, "denn in einer solchen Ausnahmesituation hilft man sich gegenseitig". Im Industriegebiet Trier-Nord sitzt auch der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier.

Kühnel betont: "Es wurde kein Mitarbeiter verletzt, weder durch Feuer noch durch Rauch." Der Sachschaden sei "erheblich".

Die Löscharbeiten dauern bis in die Nacht zum Donnerstag. Das Technische Hilfswerk (THW) leuchtet das Gelände nach Einbruch der Dunkelheit aus. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 50.000 Euro.

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