Stadtentwicklung

Streit um Stützmauer in Trier-Olewig: Stadt zahlt 100 000 Euro extra

Fertig saniert ist die Olewiger Stützmauer bereits seit Jahren. Wer dafür zahlen muss, steht erst seit Kurzem fest. FOTO: Christiane Wolff

Trier. Vier Jahre lang haben sich Trier und Mainz darüber gestritten, wer die Kosten für die Sanierung der Stützwand übernehmen muss. Die Geschichte ist eine Posse aus dem deutschen Behördenalltag.

Die Stadt: „Das Land muss zahlen!“ Das Land: „Die Stadt muss zahlen!“: Das waren die gegensätzlichen Positionen in einem Rechtsstreit darüber, wer für die Sanierung der Stützmauer entlang der Olewiger Straße aufkommen muss. Nach vier Jahren steht nun fest: Trier und Mainz müssen sich die Baukosten teilen (siehe Info). Der Geschichte vorausgegangen war eine Serie von Pannen:

Das Zeitproblem: Dass die alte Bruchsteinmauer entlang der Olewiger Straße der Last des darüber liegenden Weinbergs nicht mehr ewig standhält, war seit Jahren klar. Trotzdem wurde das Problem so lange aufgeschoben, bis 2012 an mehreren Stellen die Natursteine aufbrachen. Anfang 2013 verordnete die Stadtverwaltung schließlich Tempo 30 auf der Olewiger Straße, die neben der Mauer verläuft und über die täglich rund 24 000 Autos rollen. Durch das verringerte Tempo sollten die Erschütterungen für das marode und offenbar nicht mehr standfeste Bauwerk möglichst gering gehalten werden. Die Zeit drängte also ordentlich, als die Stadt die Sanierung der Mauer in Angriff nahm.

Die Planung: Rund 334 Meter der insgesamt 470 Meter langen Mauer gehören dem Land, das Eigentümer des darüber liegenden Weinbergs ist. Für die Stadtverwaltung war damit klar: Als Eigentümer ist Mainz für die Mauersanierung zuständig. Das Land willigte ein, übernahm die Bauträgerschaft, plante die Sanierung im Detail und beauftragte die Baufirmen. Im August 2013 begannen die Arbeiten: Die alte Natursteinmauer wurde zurückgebaut und durch eine neue Betonmauer ersetzt.

Der Irrtum: Nicht nur das Land, auch die Vereinigten Hospitien sollten nach Meinung der Stadt für die Mauersanierung zahlen. Denn die Stiftung besitzt ebenfalls ein Stück Weinberg im besagten Hang – und damit etwa 90 Meter Mauer. Doch während die Bauarbeiten schon längst liefen, zauberten die Vereinigten Hospitien im Frühjahr 2014 ein Jahrzehnte altes Urteil des Trierer Verwaltungsgerichts aus dem Hut.

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