Doch wie sie zwischenzeitlich im benachbarten Onsdorf gelandet ist, kann die ältere Frau nicht erklären. Gries weiß durch den losen Kontakt mit den zurückgezogen lebenden Nachbarn, dass sie keine näheren Verwandten haben. Sie weiß auch, dass das Paar an diesem Tag eigentlich zum Einkaufen nach Saarburg fahren wollte. Sie ruft schließlich die Polizei.

Polizei eingeschaltet Streifen- und Krankenwagen fahren bald darauf vor. Ein Polizist befragt die Seniorin, doch sie ist ziemlich durcheinander. Sie sagt, sie sei spazieren gewesen. Als die Polizei das Nachbargrundstück inspiziert, findet sie kein Auto. Michaela Gries ist sofort klar: Da ist etwas passiert. Denn die Nachbarn seien sonst nie im Dunklen mit dem Wagen unterwegs, sagt sie. Die Polizei reagiert ihrer Meinung nach verhalten. Armin Görgen, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Saarburg sagt: „Wir sind von einem Verkehrsunfall ausgegangen und haben deshalb zunächst die Hauptverkehrsstraßen mit zwei Streifenwagen abgesucht.“

 

Spontane Suche Doch vielleicht ist der Nachbar auf einem Feldweg gelandet? Anna Koch sagt: „Wir dachten, dass er eine Alternativroute gesucht hat. Er war Landwirt und kennt die Wirtschaftswege.“ Spontan setzen sich die vier Freunde in ihren Ausgehklamotten in ein Auto und machen sich ebenfalls auf die Suche. Sie fahren zwischen Onsdorf und Söst in jeden befahrbaren Feldweg hinein. Sascha Pütz sagt: „Wir dachten: Er kann mit seinem Auto nicht weiter fahren als wir.“

Eineinhalb Stunden geht das so. Die vier sind schon fast bis Nittel gekommen. Erfolglos. Zwischendurch telefonieren sie mit Michaela Gries. Sie sagt: „Schaut mehr Richtung Saarburg.“ Gries fragt auch bei der Polizei nach: „Ist die Feuerwehr verständigt? Wird ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt?“ Die Antwort der Polizei: „Ein Hubschrauber kann nicht fliegen wegen des Windes und weil der Regen so stark ist.“ Armin Görgen erklärt später: „Die Feuerwehr miteinzubeziehen, war in Vorbereitung. So etwas aufzubauen, dauert etwas.“

top