Schaufenster der Ayler Feuerwehrgeschichte

Ayl. Ausrüstungsgegenstände aus längst vergangenen Tagen werden in einem gläsernen Anbau ausgestellt.

Ayl Maximal acht Minuten bis zum Einsatzort darf die Feuerwehr heute brauchen. Im Gründungsjahr der Ayler Feuerwehr, 1878, war das eher ein Traumwert, denn die Retter mussten ihre Ausrüstung zu Fuß heranschaffen. "Damals war unsere Feuerwehrspritze schon vier Jahre alt", sagt der Vorsitzende des Fördervereins St. Donatus, Klaus Vacek. Es gab eine Vorläuferorganisation, die ausrückte, um Brände zu bekämpfen.
Jetzt ist die historische Ausrüstung in einem schmucken Ausstellungsraum zu sehen, und zwar für jedermann und jederzeit, denn zwei große Schaufenster geben den Blick auf die Spritze und die Drehleiter aus dem Jahre 1923 frei. Die Feuerwehr hat dafür einen Anbau erstellt, der rund 12.000 Euro kostete. Der Förderverein gab 7000 Euro dazu. Der Rest kam von der Ortsgemeinde, Firmen- und Privatspendern, dem Heimatverein und der Stiftung Zukunft des Landkreises.
Warum dieser Aufwand? "Die Spritze und die Leiter standen in unserem Feuerwehrhaus nur im Weg", sagt Wehrführer Christian Keilen.
Ein würdiger Platz musste geschaffen werden. "Jahrzehntelang haben unsere Wehrleute damit gearbeitet und zahllose Menschenleben gerettet", bringt der zweite Vorsitzende des Fördervereins, Elmar Fisch, ein ganz wichtiges Argument vor. Die heutige Alterswehr habe ja noch mit der Leiter gearbeitet. Im 19. Jahrhundert mussten vier Mann die Pumpe bedienen. Wasser aus einem Bach oder Tümpel musste mit Eimern hineingeschüttet werden. Waren diese zu weit weg, musste eine Menschenkette gebildet werden. Bis 1942 war die Pumpe im Einsatz.
"Noch im 2. Weltkrieg war unsere Leiter in Konz und Trier nach Bombenangriffen im Einsatz", führt Elmar Fisch in die Historie zurück. Eine Radspeiche trägt noch die Spuren eines Granatsplitters. 875 Stunden ist an dem Anbau ehrenamtlich gearbeitet worden. "Das ist ein tolles Projekt", findet Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger. Generationen hätten diese Gerätschaften gepflegt. Verbandsgemeindebürgermeister Jürgen Dixius lobte die perfekte Planung und Durchführung: "Die Feuerwehr hat ja auch eine kulturelle Aufgabe." Die aus heutiger Sicht primitiven Geräte hätten zu ihrer Zeit gute Dienste geleistet und seien jetzt ein echter Hingucker. Landrat Günther Schartz zitierte aus einer historischen Brandordnung: "Jeder Neubürger und jeder Heiratswillige hat einen Brandeimer bereitzuhalten. Bei Zuwiderhandlung kann der Zuzug oder die Verheiratung verweigert werden."
Am 3. Mai kommt die Kommission von "Unser Dorf hat Zukunft" nach Ayl. Dann wird das Schaufenster historischer Feuerwehrtechnik bestimmt Punkte sammeln.

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