Lieder singen geht auch anders

Saarburg. Egon Altenhofen gastierte mit seinem etwas anderen Chor bei den Mittwochskonzerten auf dem Saarburger Boemundhof. Mit seiner Neuen Generation zeigt der Vollblutmusiker, dass Singen eine durchaus spannende Sache mit hohem Spaßfaktor sein kann. Fast 500 Zuhörer waren begeistert.

Saarburg. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. Nach dieser Erkenntnis scheint Egon Altenhofen seinen Chor Die Neue Generation zu führen. Fernab der Lieder von Silcher und Schubert haben die 40 Sänger beim jüngsten Mittwochskonzert auf dem Saarburger Boemundhof gezeigt, wie Chormusik heute klingen sollte: Frisch, frech und vor allem fröhlich. "Wir wollen zeigen, dass Chormusik auch anders geht, und zwar mit modernen Titeln", erklärt Altenhofen.
Doch zunächst kamen ganz junge Sänger. 38 Grundschüler aus Saarburg-Beurig stellten ihren Song "Heimat" vor, mit dem sie beim Wettbewerb Die Westeifel sucht den Supersong den 2. Platz errungen hatten. "Wir haben zunächst Informationen zum Thema Heimat gesammelt und einen Text daraus gemacht. Egon hat die Melodie und das Arrangement geschrieben", beschreibt Konrektorin Viola Dellerie die Zusammenarbeit mit dem Musiker.
Heraus kam ein sehr rhythmisches Es klappert die Mühle am rauschenden Bach mit Rap-Einlagen von Sarah und Charlotte sowie den Trommlern auf Weinbergsrotten, Anton und Hannes.
Wenn Egon Altenhofen anruft, können auch fünf Musiker, die sich spontan zu einer Band formieren, nicht Nein sagen. Seine 40 Sänger versammelt er um zwölf Mikrofone, damit Radio Gaga von Queen, An Tagen wie diesen von den Toten Hosen, Und immer wieder geht die Sonne auf von Udo Jürgens oder die Hits der Beatles ganz besonders gut rüberkommen.
"Ich schreibe die Arrangements passend zu den Sängern", erklärt der Meister, der jedoch ein kleines Problem hat: Es gibt nur sechs Männer in seinem Chor. Wer Lust hat mitzumachen, sollte sich also auf www.dng-live.de mal über diese besondere Formation informieren.
Neben acht anderen Solisten wagten sich noch die Schülerinnen Nora und Paula Parusel, beide 13 Jahre alt, mit Klavier und Stimme auf die Bühne. The long and winding Road von den Beatles erklang.
"Ein solch junges Programm hatten wir jetzt erst zum zweiten Mal", freut sich die Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Eva Schmitz. Sie hatte seit dem letzten Konzert etliche Firmen und Geschäfte abgeklappert und um Preise für die Verlosung gebeten. Mit Erfolg. Zehn Gewinne konnten unter die rund 500 musikliebenden Menschen gebracht werden.
Eine davon ist Brigitte Kaiser-Strupp aus Kirf: "Es ist einfach schön hier." Sie sei ein Fan der Neuen Generation und bei fast jedem Konzert der Formation dabei. Immer bringt sie Petra Beining und Claudia Basten-Beck mit.
Eine neue Erfahrung war der Chor für Günter Horper aus Saarburg-Beurig: "Den Gesang in Kombination mit der Band finde ich gut." Das sei der besondere Reiz des Abends, und, dass man immer Freunde trifft, die man schon lange nicht mehr gesehen hat.Extra

Funk and Soul ist die Stilrichtung der Formation Bump City, die am Mittwoch auf der Bühne vor dem historischen Rathaus auf dem Boemundhof loslegt. Es ist eine der wenigen Bands der Region, die sich dieser Musik verschrieben haben. Die elf Musiker kommen zusammen auf mehr als 200 Jahre Bühnenerfahrung. Beginn ist wie immer 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. doth

top