Land erteilt Absage ans Wildtierzentrum: Im Tierheim Trier bleibt es eng

Wiltingen/Saarburg/Trier/Mainz. Die Auffangstation Wiltingen/Saarburg erhält laut Umweltministerium kein Geld von der Stiftung Natur und Umwelt. Im Trierer Tierheim bleibt es also vorerst eng.

Die Absage des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums ist klar und deutlich: "Die Stiftung vergibt grundsätzlich keine institutionelle Förderung. Das betrifft die Wildtierauffangstation genau wie alle anderen Vereine und Verbände." So lautet die Antwort von Pressesprecherin Stefanie Lotz auf eine Anfrage des TV. Der Volksfreund wollte wissen, ob der Antrag von Landrat Günther Schartz, die Stiftung Natur- und Umwelt möge eine Stelle für das Wildtierzentrum der Region Trier finanzieren, eine Chance habe. Vorstandsvorsitzende der Stiftung öffentlichen Rechts ist Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne).

Das Wildtierzentrum Wiltingen/Saarburg ist seit 1. April geschlossen. Der Grund: Jürgen und Maria Meyer, die es 28 Jahre lang betrieben haben, können nicht mehr. Sie haben aus gesundheitlichen Gründen aufgehört, was sie den Kommunen bereits ein Jahr zuvor angekündigt haben. Passiert ist daraufhin erst mal nichts. Aktuell hat der Landrat dann mit Unterstützung der Bürgermeister des Landkreises die Förderung bei der Stiftung beantragt. Zur Frage, was denn Ziel der Stiftung sei, teilt Pressesprecherin Lotz mit: "Die Stiftung fördert einzelne Projekte zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft." Dazu gehörten insbesondere Maßnahmen zur Entwicklung der Lebensräume seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Es müsse sich um eine artenschutzrechtlich relevante Maßnahme handeln.

Im Wildtierzentrum landen in der Regel alle möglichen, meist nicht geschützten Tiere wie Füchse, Schwäne, Marder und Raben. Da das Zentrum in Wiltingen nun geschlossen ist, werden die Tiere zurzeit ins Trierer Tierheim gebracht. Die Verantwortlichen dort haben jedoch Alarm geschlagen. Inge Wanken, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Trier und Umgebung, hat darauf hingewiesen, dass seit April mehr als 168 zum Teil pflegeintensive Wildtiere ins Heim gebracht worden seien. Dies bringe die Einrichtung räumlich, personell und finanziell an die Grenzen. Die eigentliche Aufgabe, Pflege und Vermittlung von Haustieren, leide darunter.

Dem Tierheim empfiehlt die Pressesprecherin, die angelieferten Wildtiere an andere Auffangstationen abzugeben. Zudem könnten auch Zoos und Wildparks angefragt werden. Wanken sagt dazu: "Das ist keine Lösung. Im Umkreis von 50 Kilometern ist hier nichts." Sie habe ausnahmsweise kleine Igel in die saarländische Auffangstation im 62 Kilometer entfernten Eppelborn gebracht. Diese Station werde komplett von Landesforsten finanziert.
Das rheinland-pfälzische Umweltministerium weist darauf hin, dass es das Wildtierzentrum Wiltingen/Saarburg seit Jahren mit 30 Prozent der Unterhaltungskosten unterstütze. Zudem sei die Förderung einer Personalstelle mit bis zu 30 Prozent in Aussicht gestellt worden.

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