Erneuter historischer Fund am Prümer Hahnplatz: Ofen, Holz und eine Scherbe

Marcus Thiel (links) und Michael Frank vom Landesmuseum an der Grube mit den Resten des Kalkbrennofens.FOTO: Fritz-Peter Linden

Prüm. Die Umbau-Arbeiten in Prüm bleiben spannend: Am Freitag wurden am Oberen Hahnplatz weitere Überreste aus vergangenen Jahrhunderten entdeckt

Nein, das war es noch nicht mit den Überraschungen am Hahnplatz: Neben den ausgegrabenen Mauerresten (TV von Freitag) sind nun gleich die nächsten Funde aufgetaucht. Am Oberen Hahnplatz wurden beim Baggern die Überbleibsel eines Kalkbrennofens freigelegt - und kleine Keramikscherben, die möglicherweise sehr alt sind. Die Mitarbeiter des Rheinischen Landesmuseums Trier ließen deshalb die Arbeiten zwischenzeitlich stoppen.

Ein solcher Ofen, sagt Lars Blöck, der wissenschaftliche Grabungsleiter vom Landesmuseum und der Generaldirektion Kulturelles Erbe, sei verwendet worden, um Kalk herzustellen, den man für Mörtel bei Bauarbeiten benötigt habe: Entweder sei er für ein bestimmtes Bauvorhaben errichtet oder von einem kommerziellen Betrieb genutzt worden.

Das Alter des Ofens sei zunächst schwer einzuschätzen, sagt Blöck: "Die sehen von der Römerzeit bis in die Neuzeit eigentlich gleich aus." Ein solcher Ofen sei zwischen drei und sechs Metern breit und etwa ebenso hoch gewesen: "Man baut als erstes ein Holzgerüst, darauf werden dann Kalksteine geschichtet." Das Feuer erhitzt die Steine so stark, dass sie anschließend zu Kalk zerbröseln und für Mörtel verwendet werden können.

In den Erdschichten am Hahnplatz kann man unterschiedliche Färbungen erkennen. Schwarz sind die Reste von Holzkohle, rötlich-braun die Schichten, die beim Brandvorgang "verziegelt" wurden: Die große Hitze, sagt Blöck, führe dazu, dass das Erdreich zu Keramik werde.

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