Großeinsatz im Ürziger Gewürzgarten

Ürzig. Viele fleißige Helfer haben neue Kräuter gepflanzt, damit die an der Mosel einzigartige Anlage attraktiv bleibt.

Normalerweise stehen sie am Samstagmorgen am Herd, im Wingert oder kümmern sich um ihre Feriengäste. Doch an diesem Samstag ist es anders, da stehen 30 Ürziger Bürger mit Rechnen und Hacke im Würzgarten und helfen diesen wieder zu voller Blüte zu bringen. Aufgerufen hatte dazu Ortsbürgermeister Arno Simon: "Die Aktion ist für den Erhalt des Gewürzgarten von großer Bedeutung. Ich gehe davon aus, dass von jedem Betrieb, der touristisch aufgestellt ist, eine Person vertreten ist."

Die Ansprache scheint gefruchtet zu haben und Simon ist sehr zufrieden mit der Resonanz: "Wir haben die Unterstützung von drei gastronomischen Betrieben, die uns mit Essen und Getränken versorgen, es sind hier Leute, die Zimmer vermieten, Winzer, der Gemeinderat und andere Helfer." Jetzt sind sie dabei, das Unkraut zu entfernen. Dabei ist es gar nicht so einfach, zu erkennen, was Kräuter sind, die wild von Beet zu Beet gewandert sind, oder ob es tatsächlich Pflanzen sind, die dort nicht hingehören.

Anschließend werden unter anderem Thymian, Salbei und Lavendel nachgepflanzt. Dabei wird das Thema römische Würzkräuter in einem Bereich umgesetzt. Die römische Rasenkamille, Schildampfer, der eine Zitrusnote hat, und Liebstöckl finden hier ihren Platz. Julia Moll, die in Oberscheidweiler eine Kräutergärtnerei besitzt und für den Ürziger Würzgarten 450 Pflanzen herangezogen hat, gibt hier und da Tipps, wie am besten gesetzt wird und was Unkraut ist und was stehen bleiben kann. Sie sagt: "Im April habe ich mit Angelika Walther vom Förderverein Ürziger Würzgarten eine Bestandsaufnahme gemacht, und wir wussten deshalb sehr genau, was fehlt." Nötig war der Arbeitseinsatz, weil der Garten vor 17 Jahren angelegt wurde und es jetzt an der Zeit war Lücken nachzupflanzen. "Es ist zwar jedes Jahr die Arbeit der Gemeindearbeiter und des Fördervereins, jetzt war aber eine größere Anstrengung notwendig", erklärt Arno Simon.

Sorgen, dass die Kräuter nicht anwachsen, haben die Verantwortlichen nicht, denn der Gelände hat einen steinigen, durchlässigen Boden, der für Kräuter gut geeignet ist. Zudem ist der Regen der vergangenen Wochen für das Wachstum förderlich. "Mit den Gewürzen auf 6500 Quadratmetern und dem Ausblick - das ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Gemeinde", betont der Ortschef. Das sehen die Helfer auch so. Theo Berres sagt: "Wenn wir den Garten erhalten wollen, müssen wir was dafür tun." Ähnlich äußert sich Werner Oster: "Wir schicken die Leute hierher, um sich den Würzgarten anzusehen, dann kann man auch mit anpacken. Es ist schön, dass alle mitmachen."

Simon wünscht sich eine solche Aktion jedes Jahr. "Wenn hier 20 bis 30 Personen drei bis vier Stunden helfen, ist schon viel gemacht. Das kann der Gemeindearbeiter alleine nicht leisten", so der Ortschef. 1000 Euro hat die Gemeinde in die Kräuter, die an diesem Tag nachgepflanzt werden, investiert. Größere Maßnahmen sind in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. Die Wege und Mauern, die durch den Garten führen, sind in einem sehr guten Zustand. So wie die Laune der Helfer an diesem Morgen. Der Garten ist ganzjährig geöffnet, Führungen sind nach Voranmeldung möglich.

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