Theater Trier

Premiere von „Zauberer von Oz“: Und Sorgen werden Himbeereis

Bunte Kostüme und Bühnenbilder im „Zauberer von OZ“: Die Inszenierung im Theater Trier hat bei der Premiere überzeugt.FOTO: TV / Marco Piecuch

Trier. „Der Zauberer von Oz“: Das neue Kindermärchen des Theaters begeistert Jung (und Alt).

„Passt auf! Die Hexe!“, brüllen die 600 Kinder, springen von den Sitzen und zeigen aufgeregt in Richtung Türe, wo eine schwarze Gestalt mit spitzem Hut und grünem Gesicht lauert. Ohrenbetäubend ist der Lärm, den sie aus Sorge um jene vier Helden machen, die sich in Blitzschnelle in ihre Herzen gespielt haben.

Keine drei Sekunden dauert es, bis das Weihnachtsstück des Trierer Theaters seine kleinen (und zugegeben: auch die großen) Zuschauer bei der ausverkauften Premiere am Mittwochmorgen fesselt. Von wegen Aufmerksamkeitsdefizit! Von Anfang bis Ende sind die Kinder konzentriert. Sie kichern, klammern sich vor Spannung an den Sitzlehnen fest, lachen lauthals, beißen aufgeregt auf ihre Zeigefinger, lauschen ergriffen den Gesängen und geben überhaupt alles, um ihren neuen Helden zu helfen ...

Es ist ein Klassiker: „Der Zauberer von Oz“. Mag der Kinderbuchstoff von Lyman Frank Baum auch 118 Jahre alt sein, in der Inszenierung von Kim Langner und Axel Weidemann kommt er so frisch, lustig und bunt daher, dass das Herz lacht. Im berühmten Film „The Wizard of Oz“ von 1939 flüchtet Dorothy (Judy Garland) aus der Tristesse des von der US-Wirtschaftskrise geprägten Kansas der 30er Jahre in eine bunte Traumwelt. Aktualitätsbezug oder gar Gesellschaftskritik sucht man in dem Trierer Kinderstück vergeblich. Doch gibt es wohl auch heute noch keine bessere Möglichkeit, dem Alltag für 70 pausenfreie Minuten zu entfliehen.

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