Forschen auf Universitätsniveau

Forschen wie an der Uni: Laurenz Wüsten, Leon Trampert, Christof Schuster und Lukas Schmitt (von links, vorne) demonstrieren Schulleiter Wolfgang Leyes und Fachlehrer Jürgen Kopp, wie umweltanalytische Studien im neuen Labor funktionieren. TV-Foto: Herbert ThormeyerFOTO: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"

Konz. Mit Gewässeruntersuchungen und Materialforschung hat sich das Gymnasium Konz inzwischen einen Namen gemacht. Das funktioniert jedoch nur, wenn die Schüler ein modernes Labor zur Verfügung haben. Die mittlere Ausbaustufe ist jetzt vorgestellt worden. Aber die Jungforscher und ihr Fachlehrer, Jürgen Kopp, träumen von noch viel mehr.

Konz. Moderne Labortechnik ist nicht billig. Jürgen Kopp, Fachlehrer für Chemie und Biologie am Konzer Gymnasium, erklärt: "Diese Geräte kosten zusammen 40 000 Euro." Dieses Labor der Schule habe Universitätsniveau. Was man damit erreichen kann, zeigen Schüler, die über den normalen Chemie- und Biologieunterricht hinaus beim Wettbewerb Jugend forscht teilnehmen.
Kunststoff als Muskel


Lukas Schmitt erklärt: "Wir haben durch den Kunststoff Polypyrrol Strom geleitet und entdeckt, dass er unter Spannung mehr elektrischen Widerstand entwickelt." Das Material könne in der Robotik wie ein "Muskel" eingesetzt werden, denn es bewegt sich.
Da staunen nicht nur Landrat Günther Schartz und Bürgermeister Karl-Heinz Frieden, die neben Sponsoren für Zuschüsse für das Labor sorgten. "Das ist ein enormes Niveau für 16- und 17-Jährige", sagt Schartz. "Diese Technik motiviert halt einfach zum Forschen", freut sich Jürgen Kopp. "An dieser Schule ist es von großem Vorteil, einfach mal runter ins Labor zu gehen, anstatt lange Wege in Kauf nehmen zu müssen", ergänzt Schulleiter Wolfgang Leyes.
Mit der Untersuchung des Konzer Baches und dem Wasser der Saar an der Kanzemer Staustufe verdienten sich die Schüler weitere Meriten. "Das ist der Vorteil einer Schule im Grünen", lacht Kopp. Seine Vorstellung der gymnasialen Forschung geht jedoch noch weiter: "Das ist nur der Anfang. Es fehlen noch die Bereiche Molekular-, DNA-, Lebensmittel- und Proteinanalytik." Dann habe das Labor einen Wert von rund 160 000 Euro.
Jetzt atmet Landrat Schartz erst mal tief durch und sagt nach einer kleinen Pause: "Diese Summe nehme ich mal so zur Kenntnis. Ich sage weder Ja noch Nein."
"Die Geräte allein sind es ja nicht. Es sind die Lehrer, die sich für die Schüler engagieren, und damit kann auch eine Landschule in der ersten Liga spielen", beeilt sich Schulleiter Leyes zu betonen. Bürgermeister Frieden sagt: "Eltern suchen für ihre Kinder gerade Schulen mit solchen Alleinstellungsmerkmalen aus."
Jungforscher Leon Trampert (17) stellt fest: "Das macht Spaß, in einem solchen Labor zu arbeiten. Ich kann hier neue Dinge entwickeln." Sein Altersgenosse Christof Schuster findet: "Ein Preis bei Jugend forscht macht sich doch gut bei Bewerbungen und im Lebenslauf." Außerdem sei das eine schöne Erinnerung an die Schulzeit.
Beim Projekt der Analyse des Konzer Baches machte Laurenz Wüsten mit. Der 16-Jährige freut sich: "Ich habe zu Hause selbst ein Aquarium und konnte wertvolle Erfahrungen sammeln." Informationen über das neue Labor stehen im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://labor.gymnasium-konz.de" class="more" text="labor.gymnasium-konz.de"%>Extra

Die Teams, die sich für das Gymnasium bei Jugend forscht beworben haben, haben 2014 den Forscherpreis der Universität Mainz "Uni fertig los" gewonnen. In diesem Jahr kamen der 1. und 3. Preis bei Jugend forscht auf Regionalebene, der 2. Preis auf Landesebene, beides in Chemie, und der 2. Preis dieses Wettbewerbs für Interdisziplinäre Arbeit in den MINT- Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) hinzu. doth

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