Gericht

Nach Amokfahrt bei Konz – Muss 20-Jähriger dauerhaft in Psychiatrie bleiben?

FOTO: Wilfried Hoffmann

Konz/Trier/Wasserliesch. Ein 20-Jähriger soll sein Fahrzeug absichtlich über den Kreisel gesteuert haben, der die Könener Ortsumgehung an die B 419 anschließt. Nun prüft das Landgericht Trier, ob der Mann bis auf weiteres in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden soll.

Wenn die Darstellung in der Anklage der Staatsanwalt stimmt, war es fast eine Art Amokfahrt, die der Mann am 23. Oktober 2018 gemacht haben soll.  Der 20-Jährige, über dessen Zukunft seit Montag am Trierer Landgericht verhandelt wird, soll gleich mehrere Autofahrer bedrängt und mehrere Unfälle verursacht haben. Statt sich um den verursachten Schaden zu kümmern, sei er weitergefahren und habe versucht, sich selbst umzubringen. Dazu soll er sein Auto so in den Kreisel zwischen der Könener Ortsumgehung und der B 419 gesteuert haben, dass er mit dem Fahrzeug über die Leitplanke geschossen und in der Böschung gelandet ist. Nun läuft ein Sicherungsverfahren gegen den Mann, an dessen Ende er bis auf weiteres in eine Psychiatrie eingewiesen werden könnte. Die Ursache: Der Mann habe eine paranoid-halluzinatorische Schizophrenie und sei schuldunfähig.

Erster Vorwurf Die fatale Fahrt des Mannes, der ohne gültige Fahrerlaubnis im Fahrzeug seiner Mutter unterwegs gewesen sein soll, hat laut den Ermittlern in Luxemburg begonnen. Dann soll er Richtung Konz gefahren sein – unter Drogeneinfluss. Schon die erste Verkehrsgefährdung hat sich laut Staatsanwaltschaft am Kreisel zwischen B 51neu und B 419 ereignet. Der Beschuldigte soll mit dem Wagen in den Kreisel eingefahren und dabei das Taxi einer Zeugin geschnitten haben. Er sei mehrfach ins Schleudern geraten, später von hinten dicht auf das Taxi der Zeugin aufgefahren sein und habe mehrfach versucht, das Taxi abzudrängen. Zwei weitere Fahrzeuge und ein Müllfahrzeug soll er danach in einer unübersichtlichen Kurve überholt haben.

Zweiter Vorwurf: Kurze Zeit später sei der Beschuldigte von der K 112 auf die B 51 in Richtung Saarburg gefahren sein. Im Bereich des Beschleunigungsstreifens der Auffahrt soll er das Auto eines weiteren Zeugen überholt und touchiert haben. Der Beschuldigte selbst sei ins Schleudern und auf die Gegenfahrbahn geraten.

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