Kommunalreform

Wenn nicht Schweich, dann Hermeskeil

FOTO: klaus kimmling

Büdlich/Breit/Schweich/Hermeskeil. Vor dem angekündigten Treffen im Innenministerium zur Thalfanger Gebietsreform betonen die Ortsbürgermeister aus Büdlich und Breit in einem Offenen Brief ihren Wunsch nach Selbständigkeit.

Vor einem Jahr endete die Frist für die Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Thalfang, sich im Rahmen der Kommunalreform zu positionieren. Alle 21 Ortsgemeinden haben dies auch getan – in Form von Gemeindratsbeschlüssen, denen häufig lange Diskussionen und auch Bürgerbefragungen vorausgingen. Inzwischen werden manche Ortschefs ungeduldig und wenden sich an das Innenministerium. Nach den Sommerferien soll ein Treffen mit Vertretern des Ministeriums und den potenziellen Aufnahme-Verbandsgemeinden stattfinden, darunter auch Schweich und Hermeskeil. Unterdessen drängen Vertreter aus Büdlich und Breit in einem Offenen Brief auf eine zeitnahe Lösung und erinnern an ihre Wechselwünsche an die Mosel.

Christiane Horsch, Bürgermeisterin der VG Schweich, verweist auf den Beschluss des Verbandsgemeinderats Schweich, der unter den derzeitigen Bedingungen eine Aufnahme von Gemeinden aus der VG Thalfang ablehnt. Wechselwillig sind Büdlich, Breit, Heidenburg und eventuell auch Berglicht.

Laut Horsch sind die wegen des Sanierungsstaus im Wasser- und Abwasserbereich und der Übernahme von Schulden zu erwartenden finanziellen Belastungen für die VG Schweich zu groß. Kürzlich hatten mehrere Büros im Auftrag der VG Thalfang ermittelt, dass die Erneuerung aller Kanäle und Leitungen, die älter als 30 Jahre sind, rund 100 Millionen Euro kosten würde. Diese Größenordnung sei mit herkömmlichen Fusionsgeschenken nicht zu stemmen, sagt Horsch. Mainz habe der VG Schweich 321 000 Euro in Aussicht gestellt. Für die Bürgermeisterin ist aber ebenso klar: „Die Dörfer der VG Thalfang brauchen eine zeitnahe Entscheidung.”

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