Gesellschaft

Neujahrsempfang in Hermeskeil: 100 000 Noten in zehn Minuten

Schon so professionell wie die Großen: Das Grundschulorchester "Die Mukis" tritt gemeinsam mit den Musikern der Stadtkapelle beim Neujahrsempfang der Stadt Hermeskeil in der Hochwaldhalle auf. Foto: Christa Weber FOTO: Trierischer Volksfreund / Christa Weber

Hermeskeil. Die Stadtkapelle hat den etwa 250 Gästen beim Neujahrsempfang der Stadt Hermeskeil einen unterhaltsamen Abend beschert – mit viel Musik und überraschenden Fakten. Die Rede des Stadtchefs klang schon deutlich nach Abschied.

Für die Gäste in der Hochwaldhalle war auf den ersten Blick klar, dass die Stadtkapelle bei diesem Neujahrsempfang der Stadt eine besondere Rolle spielen würde. Die Musiker hatten sich mit ihren Instrumenten auf der großen Bühne aufgebaut, nicht wie sonst üblich seitlich davor. Die Stadtkapelle war am Freitagabend Mitveranstalter – und das aus gutem Grund. Denn der Traditionsverein feiert sein 100-jähriges Bestehen und nutzte den Empfang, um die Hermeskeiler auf ein ereignisreiches Jubiläumsjahr einzustimmen.

Der erste Vorsitzende Tim Kaub erklärte, was die Hochwälder neben dem Jubiläumskonzert am 23. November erwartet. Als „größtes Highlight“ kündigte er ein Konzert der Big Band der Bundeswehr am 27. März an. Deren Profimusiker seien allesamt „herausragende Solisten“, für den Auftritt brächten sie allein 50 Tonnen an Equipment mit: „Das wird ein Abend der Superlative.“ Ein weiterer Höhepunkt soll der 14. Juli werden: Im Rahmen des Stadtfests ist ein Tag der Blasmusik geplant. An diesem Sonntag soll mit der Unterstützung befreundeter Vereine „Musik überall in der Stadt erklingen“.

Für die Vorstellung der Kapelle und einen Blick in die Historie hatten sich die Musiker etwas Besonderes ausgedacht. 300 Mitglieder, 55 aktive Musiker, 30 Auftritte pro Jahr – dies seien zwar eindrucksvolle Zahlen, die man aber schnell wieder vergesse, sagte Kaub. Deshalb nannte er dem amüsierten Publikum „etwas andere Zahlen, die vielleicht länger im Gedächtnis bleiben“. Vier Beispiele: 100 000 Noten spielten die Musiker in ihrem zehnminütigen Eröffnungsstück. 10 000 Stunden stand Manfred Becker, seit 65 Jahren Mitglied, mit der Kapelle bereits auf der Bühne. Zehn mal pro Sekunde trifft Schlagzeugerin Valerie Schäfer beim Trommelwirbel die Trommel. Und um einen Millimeter pro Jahr nutzt sich der Tisch ab, auf den Dirigent Gerhard Piroth bei den Proben mit dem Taktstock klopft.

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