Unwetter

Nach der Überschwemmung: „Jeder Regentropfen führt zu Panik“

Opfer der unwetterartigen Regenfälle: Karl Schiffer-Merten aus Trassem und seine Ehefrau Petra Merten leiden unter den Unwettern. FOTO: Friedemann Vetter

Trassem. Ein 63-jähriger Mann aus Trassem bei Saarburg ist bereits vier Mal Opfer von Überflutungen geworden. Im Volksfreund erzählt er, wie er und seine Frau mit der ständigen Angst umgehen.

Sobald es regnet wird Karl Schiffer-Merten nervös. Bei jedem Regentropfen komme Panik auf, „unbeschreibliche Panik“, sagt der 63-Jährige. Er hat Angst, dass wieder einmal Wasser, Schlamm und Geröll auf seine Terrasse gespült wird. Vier Mal in den vergangenen Wochen haben er und seine Frau das schon in Trassem (Trier-Saarburg) erlebt. „Jedes noch so ferne Gewittergrollen, jede dunkle Wolke erzeugt maßlose, lähmende Angst.“ Das Ehepaar sei in seiner physischen und wirtschaftlichen Existenz bedroht. „Kein klarer Gedanke kann mehr gefasst werden – außer den an die über uns schwebende, allgegenwärtige, immer noch drohende Gefahr aus den Maisfeldern.“

Von dem Feld, auf dem ein Bauer aus einem benachbarten Ort Mais angebaut hat, ist das Wasser nach starkem Regen heruntergeschossen in das unterhalb liegende Baugebiet Unterm Halstenberg. Schiffer-Merten, der seit gut 20 Jahren in dem Ort in der Nähe von Saarburg lebt, spricht von einem nicht enden wollenden Psychoterror. Immer habe er den Wetterbericht im Auge, schaue im Internet auf dem Regenradar wie die Niederschläge ziehen. Nachbarn trauten sich nicht in Urlaub zu fahren, aus Angst, die nächste Flut könnte ihr Haus zerstören. „Sobald es anfängt zu regnen, muss es schnell gehen.“ Man müsse schauen, dass alles gesichert ist, damit die möglichen Wassermassen nicht wieder in den Keller dringen. „Dann merkt man erst, wie machtlos, wie hilflos, ja verletzlich man ist.

Mittlerweile hat der 63-Jährige seine Terrasse mit eine hohen Sandsackmauer geschützt. Zwei Mal habe er sie schon erhöht, nachdem bei der zweiten Überflutung das Wasser über den künstlichen Schutzwall  drüber geschwappt sei. Es sei nur dem beherzten und schnellen Eingreifen der Feuerwehr zu verdanken, dass sein Haus nach der jüngsten Überflutung nicht abrissgefährdet sei. Sie hätten die Wassermassen bei ihm abgepumpt, was aber letztlich dazu geführt habe, dass ein Keller eines Nachbarhauses vollgelaufen sei.

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