Verkehr

Neue Pläne zum Lückenschluss der A1 sorgen für Ärger

Bis hierhin und (noch) nicht weiter: das Autobahnende auf nordrhein-westfalischer Seite. FOTO: e_daun <e_daun@volksfreund.de>+SEP+e_daun <e_daun@volksfreund.de>

Lommersdorf. Die neue Trasse für den geplanten Lückenschluss der A1 sorgt für weiteren Verdruss: Die Gegner sehen noch mehr Belastung für die Umwelt. Die Befürworter sind auch nicht zufrieden, denn eine neue Information dürfte einiges ändern.

Für die einen hätten die Leute von Straßen NRW auch gleich den Spaten für den ersten Spatenstich mitbringen können, für die anderen wäre es eine Freude, wenn der Autobahnbau auf den St. Nimmerleinstag verschoben würde: Bei der Infomesse zum A1-Lückenschluss zwischen Kelberg und Blankenheim, zu der Straßen NRW die Öffentlichkeit in die Bürgerhalle Lommersdorf (Kreis Euskirchen) eingeladen hatte, waren beide Ansichten vertreten. Neben ökologischen Bedenken ist es der Lärm, der Sorge bereitet.

Geplant wird in drei Abschnitten. Für Empörung auf rheinland-pfälzischer Seite hatte im Sommer 2018 die Nachricht gesorgt, dass NRW für den 9,4 Kilometer langen Mittelabschnitt (Lommersdorf bis Adenau) in eine neue Planung mit einem geänderten – NRW sagt: optimierten – Trassenverlauf eingestiegen ist. Hier liegen drei mögliche Lebensräume (Habitate) für das Haselhuhn, das zu den Vogelarten gehört, für die besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Die neue, optimierte Trasse geht jetzt nicht mehr zwischen diesen Habitaten hindurch, sondern wird um sie herumgeführt. Diese Umplanung werde weitere vier Jahre kosten, vermutet Guido Nisius, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau. NRW verweist auf das europäische Recht im Bereich des Umweltschutzes, das sich im Laufe der bisherigen Planung verändert habe. Deshalb habe man zur Einhaltung der strengeren Vorschriften die Planung noch einmal überprüft. Günter Adrian, Ortsbürgermeister von Dorsel (VG Adenau), kann der geänderten Planung nichts abgewinnen: „Den Lärm werden wir aber trotzdem im Ort hören. Die Nähe zur Autobahn bringt uns keine Vorteile.“

Ähnlich sieht es sein Bürgermeisterkollege aus Aremberg, Alois Schneider. Dass der Gemeindewald zu großen Teilen als Ausgleichsfläche herangezogen werden soll, schmeckt ihm ebenso wenig wie die Nähe zur geplanten 840 Meter langen Ahrtalbrücke. „Wenn man die Autobahn sehen kann, dann hört man sie auch“, ist er überzeugt.

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