Natur

Nächtliche Begegnung mit einem Wolf

Ein Wolf in einem Tierpark (Symbolbild).FOTO: dpa / Holger Hollemann

Virneburg/Ditscheid/Sarmersbach. Jäger Herbert Schmitt hat nach eigenem Bekunden nachts auf einer Landstraße zwischen zwei an der Kreisgrenze zur Vulkaneifel gelegenen Dörfern einen Wolf gesehen. Wenn er selbst auch keine Angst vorm „bösen Wolf“ hat – dass es ein Streitthema ist, ist auch ihm bewusst.

„Was war das denn?“, fragt sich im ersten Augenblick Herbert Schmitt, als mitten in der Nacht auf der Landstraße zwischen Ditscheid und Münk (Landkreis Mayen-Koblenz) ein Tier die Scheinwerferkegel seines Autos kreuzt. Im Unterbewusstsein sei sofort der Gedanke „ein Wolf!“ aufgetaucht, erinnert sich der 70-Jährige im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund – „aber ich wollte es ersteinmal nicht glauben.“ Schmitt hält an, steigt aus, geht zu der Stelle, an der das Tier eben die Fahrbahn überquert hat und sieht es über ein Feld davon trotten. „Ja, trotten“, betont der Jäger, der zu diesem Zeitpunkt von einer erfolglosen Wildschweinjagd im Revier Ditscheid (etwa vier Kilometer von Oberelz im Landkreis Vulkaneifel entfernt) auf dem Heimweg nach Virneburg ist. Er habe das Tier am Trotten als seiner typischen Gangart sowie an Fellzeichnung, Fußstellung und Körperbau als Wolf erkennen können.

Herbert Schmitt ruft noch auf der Stelle seinen Jagdfreund in Ditscheid an und erzählt ihm von der Begegnung. Dabei erfährt er, dass zwei weitere Jäger in derselben Nacht auf der Fahrt zum Ansitz ebenfalls einen Wolf gesehen haben, und zwar etwa einen Kilometer entfernt von der Landstraße, die das Tier vor Schmitts Augen überquerte. Den beiden Männern sei es gelungen, den Wolf mehrere Minuten lang mit einem Nachtsichtgerät und einer Wärmebildkamera zu beobachten.

„Da war mir absolut klar, es war wirklich ein Wolf“, sagt Herbert Schmitt. Ihm sei schon an dem Abend aufgefallen, dass die Rehe nicht aus dem Wald gekommen seien. „Dann stimmt etwas nicht“, erklärt er. Weiß er doch, dass Rehe nicht „in Anblick kommen“, wenn sich zum Beispiel ein Wolf in der Gegend aufhält.

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