Langatmige Verfahren

Späte Hilfe für Eifeler Unwetteropfer: Die Warteschlange für die Soforthilfe ist lang

Silke Roth hat wie viele in Dudeldorf alles verloren. Auf einem Berg türmt sich ihr zerstörtes Hab und Gut auf. FOTO: TV / Silke Roth

Dudeldorf. Eine Dudeldorferin hat wochenlang auf die Soforthilfe nach dem Unwetter gewartet. Eine Nachfrage bei den Eifeler Behörden zeigt: Sie ist nicht die einzige. Bestimmte Spendenkonten sind drei Monate nach der Katastrophe unangetastet.

Vier Wochen hat Silke Roth in Dudeldorf gewohnt. Und die, sagt sie, hätten ihr gereicht: „Ich bin froh, wenn ich den Ort nie wiedersehen muss.“ Denn in einem Monat hat ihre Familie die schlimmste Katastrophe durchstehen müssen, die die Gemeinde in den vergangenen Jahren gesehen hat. Die Roths hatten sich gerade eingerichtet, das Mietshaus renoviert, als das Unwetter kam. Mitte Juni regnete es über der Eifel so heftig, dass das Wasser über die Straßen lief, Bäche über die Ufer traten und Hunderte Keller voll liefen. Allein in Dudeldorf entstand Schaden in Millionenhöhe. „Da gingen Existenzen baden“, sagt Roth.

Das Haus, das sie gemietet habe, eine Mühle abseits des Ortes, habe es schlimm getroffen. Die Fluten wuschen sich durchs Gebäude.  „Danach hatten wir keine Möbel mehr“, sagt Roth. Auch das Kinderzimmer ihres Sohnes sei verwüstet worden. Spielsachen, Schränke, Kleidung – „wir konnten alles wegwerfen.“ Insgesamt schätzt sie den Schaden auf rund 100 000 Euro.

Nur wenige Tage nach dem Hochwasser verließen die Roths also den Ort. Sie zogen in ein möbliertes Haus in Trierweiler. Ihre neun Pferde mussten sie auf dem Hof einer Bekannten abgeben. Dazu muss man wissen, dass Roth und ihr Mann Schausteller im Nebenerwerb sind. Sie veranstalten mit ihren Tieren Ritterturniere und andere Shows auf Mittelaltermärkten und Wildwestfesten. Während des Hin und Hers in der Zeit konnten sie keine Aufträge annehmen. Das Geld habe beim Umzug gefehlt: „Letztlich hing alles am Hochwasserschaden.“

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