Nach der Messe ist vor der Party

Kult: Der Samstagabend im Handwerkerzelt mit Erich & the funky Moneyrollers. Da steht keiner still. TV-Fotos (8): Markus AngelFOTO: (e_bit )

Bitburg. Wie Professor Tobias Kollmann 450 Zuhörer für sich einnimmt und Bitburg bis morgens feiert: Auch das ist Beda-Markt!

Abends, wenn die Ausstellung schließt, wird der Beda-Markt zur Party. Leute treffen, ins Gespräch kommen, tanzen, singen, feiern. Das gehört zur regionalen Leistungsschau von Handel, Handwerk und Landwirtschaft genauso dazu wie die hochwertigen Ausstellungen. Da ist auch um 4 Uhr morgens noch nicht Schluss. Wer da zwei Abende am Stück mitzieht und auch tagsüber die offiziellen Programmpunkte mitmacht, kann nur ein echter Beda-Markt-Profi sein.

Wenn drei Tage wie einer sind: Für Bürgermeister Joachim Kandels, seine Amtskollegen aus den Verbandsgemeinden, Landrat Joachim Streit und die vielen Vertreter aus Wirtschaft und Vereinen, vor allem aber die Beda-Markt-Macher, Sponsoren, Organisatoren und Aussteller entwickelt diese Messe so ein Sog, dass, hat sie einmal angefangen, am Ende die drei Tage irgendwie wirken wie ein einziger, sehr langer, aber auch sehr ereignisreicher Tag, der Beda-Markt-Tag - ein bisschen Kopfweh am Montagmorgen inklusive. Das Schöne daran: Man trifft sich immer wieder, ganz ohne sich groß verabreden zu müssen. Das verbindet.

Ohne Zwischenbier geht es nicht: 1500 Liter Bier sind an so einem Abend im Handwerkerzelt nichts. Dicht an dicht drängt sich dort freitags wie samstags die Feiergemeinde in Schillings Gastro-Bereich. Geschätzte Gästeschar: weit mehr als 600 pro Abend. Das Getränk der Stunde: frisch gezapftes Pils vom Fass. Auch das neue "1817", das die Brauerei zu ihrem Jubiläum aufgelegt hat, kommt an. Erste öffentliche Verkostung war Freitagvormittag bei der vom TV moderierten Podiumsdiskussion. "Lecker", fand Bürgermeister Joachim Kandels das neue Bier, das es nach dem Exclusiv-Ausschank auf dem Beda-Markt ab heute dann auch im Handel gibt.
So ein Zwischenbier braucht es schon an einem langen Beda-Markt-Tag. Ein neuer Ort für das "Zwibi" war diesmal der Formel 1-Truck, in dem Dieter Poss auf dem Beda-Platz das Catering übernommen hatte. Ein vorwitziger Ort, von dem man einen guten Überblick über den Platz hatte.

Die Beda-Markt-Themen: das Wetter, die neu konzipierte Auto-Schau und die letzte Auflage der landwirtschaftlichen Fachausstellung in Bitburg. Die Sache mit dem Wetter ist schnell erzählt. Klar war es schade, dass es nicht passend zur Aufbruchstimmung drei sonnige Frühlingstage sein konnten. Die neue Auto-Ausstellung auf dem Beda-Platz. Die zog wegen der Foodtrucks schon am Freitagnachmittag ein junges Publikum an, das sonst bei der Auto-Ausstellung eher selten war. Die Autos, im Foyer der Kreissparkasse und auch auf dem Platz, Neuwagen wie Oldtimer, kamen natürlich an. Ein Dach über dem Kopf hat aber manchen, insbesondere an dem nass-kalten Samstag, gefehlt.
Dass die Landwirtschaftsschau mit ihren Tierauktionen und Tier-Beurteilungswettbewerben 2018 nach Fließem umziehen wird, wo die Rinder-Union West (RUW) eine neue Auktionshalle baut, ist natürlich ein Verlust für den Bitburger Beda-Markt. Schließlich ist diese Ausstellung ein Publikumsmagnet.
Das Thema Landwirtschaft soll aber auch 2018 dem Beda-Markt erhalten bleiben - auch am Standort Bitburg. Etwa, in dem man einen Teil der Ausstellung, bei denen sich Molkereien, Futtermittelhersteller und Stallbauer präsentieren, ins Stadtzentrum verlegt, wo dann auch Bauern- und Züchterverbände für ihren Berufsstand werben könnten. Bürgermeister Kandels plant einen E-Bus-Shuttle-Service, der zwischen Fließem und Bitburg pendelt. Das Thema wird die Beda-Markt-Macher natürlich noch weiter beschäftigen.
Hier wird das Zelt gerockt: Bitburger Pils, ob nun das Original oder die Sonder-Edition "1817", verträgt sich ganz wunderbar mit den kölschen Hits der Moneyrollers. Es verträgt sich sogar so gut, dass zwischenzeitlich an der Theke am Samstagabend richtig Stau herrschte. Schon der Freitag war ein Erfolg. Da sorgten die beiden Bands "Unplugged & real" mit Rob, Piddi and Guests und im Anschluss die Plexiphones aus Mönchengladbach für Stimmung. Die Mönchengladbacher waren 2016 erstmals in Bitburg, und nicht nur dem Publikum hat der erdige Rock gefallen, sondern auch der Band die Stimmung auf dem Beda-Markt. So sieht man sich wieder - vielleicht auch 2018.
Dass am Samstagabend das Zelt bebt, hat gute Tradition. Mit Alois Kirchen und seiner "Unplugged Gang" sowie der Volksbank-Band Erich & the funky Moneyrollers kann ein Abend nur gut werden. "Das war bis jetzt der beste Samstagabend, den wir hier hatten", sagt Chef-Caterer Achim Schilling. Der Zuspruch habe sich von Jahr zu Jahr gesteigert. Erst im Morgengrauen sollen die letzten Gäste ihren Heimweg angetreten haben - zahmer war es auch am Freitagabend im Haus Beda nicht.
Spannend, unterhaltsam, gesellig: Zur 34. Auflage ihres wirtschaftspolitischen Forums hatte die Kreissparkasse Bitburg-Prüm (KSK) Professor Tobias Kollmann eingeladen. Mehr als 450 Zuhörer sorgten im Haus Beda für volle Ränge. Der Vortrag wurde auf Bildschirmen im Foyer übertragen. Was Kollmann gelang: Er konnte in kurzweiliger Rede die Zuhörer für ein wichtiges Thema sensibilisieren: die Bedeutung, mit der digitalen Revolution Schritt zu halten.
Dass es am Anfang eine kleine technische Panne gab, nahmen die Gäste mit Humor: Erst nach drei Anläufen war ein live eingespieltes Video von Ingolf Bermes, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, dann auch mit Ton zu hören. Sein erster Satz: "Wir stehen bei der digitalen Entwicklung erst am Anfang" sorgte dann natürlich für Szenen-Applaus.
Unter dem Titel "Die digitale Transformation - Chancen für den Mittelstand" zeigte Kollmann Wege und Möglichkeiten auf. Wo wir in Deutschland in Sachen Digitalisierung im Vergleich zu den USA und China stehen, machte Kollmann, der auch Mitbegründer von AutoScout 24 ist und zu den Pionieren der deutschen Internet-Gründerszene zählt, mit einem Vergleich deutlich: "Die Kapitäne aus der Industrie stehen auf ihrer Stahl-Titanic, grüßen noch schön und merken nicht, dass der digitale Eisberg längst in Sicht ist." Deutschland und Europa müssten handeln, um den Anschluss nicht zu verpassen. Denn Daten, so hatte es Bermes schon einleitend gesagt, sind das "Gold der Zukunft".
Anschließend gab es Häppchen und natürlich auch Pils vom Fass. Die letzten Gäste sollen den Ort des Geschehens erst in den frühen Morgenstunden verlassen haben.

Die Sache mit dem Allerletzten: Von dem Moment an, wenn man sich entscheidet zu gehen, bis zu dem Moment, wo man nach einem Dutzend weiterer Gespräche so langsam die Tür erreicht, kann schon mal eine Stunde vergehen. Leute treffen, feiern und plaudern: Auch das ist Beda-Markt. Beda-Markt

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