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Fastnachts-Frohsinn ist kein Selbstläufer

Gute Laune macht Fastnacht auf jeden Fall. Aber wer sorgt fürs Programm? FOTO: TV / Dagmar Schommer

Daun/Bitburg/Prüm. Die Vorbereitungen für einen gelungenen Karneval sind für die Vereine nicht einfach. An vielen Stellen drückt der Schuh: Es gibt nur noch wenige Büttenredner, und teils fehlt es auch einfach an Unterstellmöglichkeiten für die Wagen während der Bauphase.

Sie ist wieder da, die fünfte Jahreszeit, und die Narren stehen in den Startlöchern. Aber wie sieht es mit dem alten Brauchtum aus? Ist die Euphorie noch da, die es früher einmal gab? Der TV hat nachgefragt:

In der einstigen Karnevalshochburg Dudeldorf hat sich einiges verändert. „Seitdem wir die Turnhalle nach der Sanierung nicht mehr benutzen dürfen, gibt es keine Kappensitzungen mehr. Und auch die einst große Mädchensitzung fällt deshalb seither aus“, sagt die Vorsitzende der Dudeldorfer Biedeseecher, Rosi Zillien. Die Dudeldorfer feiern im Nachbarort Pickließem, der Rosenmontagsumzug startet zwar noch in Dudeldorf, endet aber in Pickließem. „Die Leute sind nicht mehr so engagiert“, sagt die Vorsitzende, was sie aber auf die Tatsache, dass die Turnhalle für solche Veranstaltungen aus Brandschutzgründen tabu ist, zurückführt. An Nachwuchs fehle es nicht, „auch der Kinderkarneval wird in Pickließem veranstaltet“,  sagt Zillien. Sie hofft, dass irgendwann mal wieder eine geeignete Stätte zum Feiern gefunden wird. Ohne Ort für eine Party kommt manches zum Erliegen. Da nützt das größte Engagement nichts.

Bedauernswert findet Denise Thiex, Geschäftsführerin der KG Uhu Bollendorf, dass es immer weniger Büttenredner gibt: „Die klassischen Dorfvorträge gibt es leider gar nicht mehr.“ Daher greife man auf Redner aus umliegenden Orten zurück. „Mit Tänzen könnte man die Sitzungen füllen, aber es soll ja keine reine Tanzveranstaltung sein“, sagt Thiex, man achte schon darauf, dass Tänze und Reden sich abwechseln. Beim Umzug am Fastnachtsdienstag, der immer noch gut besucht sei, seien auch viele Wagen aus der Umgebung beteiligt:  „Aus dem Dorf haben wir nur vier bis fünf Fußgruppen.“

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