Ein Geschenk vom Geburtstagskind: Das römische Bitburg aus Acryl gegossen:

Bitburg. Zum ihrem 200. Geburtstag haben Vertreter der Brauerei dem Bürgermeister ein neues Stadtmodell überreicht. Es soll die wechselvolle Geschichte Bitburgs greifbarer machen.

Normalerweise bekommt ja das Geburtstagskind Geschenke. Die Bitburger Brauerei dreht den Spieß allerdings um. Zu ihrem 200. Jubiläum macht sie der Stadt ein - wenn man so will - historisches Geschenk: ein neues Stadtmodell aus Acrylstein.

Das haben Vertreter der Brauerei dem Bitburger Bürgermeister Joachim Kandels bei der Freibieraktion am Bierbrunnen überreicht.
Dieses soll künftig der Ausgangspunkt des archäologischen Rundwegs "Römisches Bitburg" werden. Der wurde 1995 eingeweiht und soll 2018 zu einem multimedialen, modernen römischen Parcours ausgebaut werden. "Das Modell wird voraussichtlich noch Anfang der Woche versetzt", sagt Ralf Mayeres von der Stadt Bitburg, der für die Planung des modernisierten römischen Rundwegs zuständig ist.

Ab Mitte der Woche wird das Modell dann am Eingang der Liebfrauenkirche zu bewundern sein. Derzeit steht es noch an der Bitburger Stadthalle. Die kleine Jodie aus den Niederlanden bleibt stehen und schaut sich die Miniatur, die vor der Bitburger Stadthalle steht, interessiert an. Ihr Großvater hebt sie hoch, damit sie besser sehen kann.

Bei Kindern scheint das plastische Stadtmodell also schon die gewünschte Wirkung zu erzielen: Die römischen und mittelalterlichen Spuren in der Stadt sollen besser wahrgenommen werden. Deshalb wurden die historischen Spuren in das aktuelle Stadtbild von Bitburg eingebettet. Das Straßennetz ist im Maßstab 1:400 in den hellgrauen Acrylstein eingeritzt. In gleicher Farbe erheben sich heutige Gebäude wie das Rathaus, die Liebfrauenkirche, das Haus der Jugend und die Stadthalle.

Das antike Beda, von dem in der realen Stadt nicht mehr viel zu sehen ist, erhebt sich in dem Modell in anderen Farben: Die römische Umwehrung aus dem 4. Jahrhundert erhebt sich in weißer Farbe, die mittelalterliche Stadtmauer von 1340 nach Christus in einem Ockerton. Das mehrfarbige Material soll laut Werner Krämer von der Stadt Bitburg die einzelnen Zeitstufen voneinander abheben und einen intuitiven Zugang ermöglichen. Die plastische Gestaltung, die das Trierer Büro Sabine Reiser umgesetzt hat, soll auch sehbehinderten Menschen den Zugang ermöglichen und ist mit Blindenschrift ergänzt.

top