Amerikaner von der Air Base Spangdahlem lernen im Laufschritt die Eifel kennen

Dennis Miller (in grün) läuft als Erster los und kommt auch als Erster an. TV-Fotos (4): Christian AltmayerFOTO: (e_eifel )

Spangdahlem. Sie kommen aus New York, Oklahoma und Washington. Jetzt sollen sie bei einem Lauf in Spangdahlem die Eifel kennenlernen.

Dennis Miller reibt sich die Hände. Er joggt auf der Stelle, weiße Wölkchen kommen aus seinem Mund. Es ist noch früh am Morgen, Raureif bildet weiße Kränze auf dem Gras, wo sich etwa 150 Läufer bereit machen. Die meisten von ihnen tragen Kapuzenpullover und lange Jogginghosen. Denn es ist kalt, selbst für einen deutschen Frühling. Da hilft die Sonne auch nicht. "Welcome to Alaska", sagt einer der Sportler zu seinem Nachbarn, lacht und klopft ihm auf die Schulter.

Nicht alle von ihnen sind solche Temperaturen gewöhnt. Manche stammen aus US-amerikanischen Bundesstaaten wie Nevada oder Florida, wo das Thermometer selbst im Winter selten unter 20 Grad, Pardon, 68 Grad Fahrenheit fällt. Der 19-jährige Dennis Miller ist in Richmond, New Hampshire, aufgewachsen, im Nordosten der USA. Er kennt die Kälte und inzwischen kennt er auch die Eifel. Denn er ist seit elf Monaten hier stationiert, auf der Air Base Spangdahlem. Er mag das Wandern, die Natur, die Stille der Wälder. Bei diesem Lauf soll er die Region aber noch ein bisschen besser kennenlernen.

Denn die Sportveranstaltung ist Teil der Aktion "Explore the Eifel", die von Technical Sergeant Amanda Currier betreut wird. Dazu gehört auch eine Messe auf dem Flugplatzgelände am Donnerstag, 27. April. Hier, im Eifel-Club, stellen Gemeinden und Touristiker dann zum 13. Mal Ausflüge und Angebote für die Base-Bewohner vor. Das Ziel: den amerikanischen Soldaten ihre neue Heimat näherbringen.

Und was läge da näher - im wörtlichen Sinn - als sie einmal durch die Spangdahlemer Felder laufen zu lassen? Bürgermeister Klaus Rodens hat sie dazu sogar persönlich eingeladen.

Und gleich soll es losgehen. Miller steht an der Spitze der Gruppe. Ein letztes Mal geht er in die Hocke, dehnt kurz seine Waden. Dann ertönt ein Tröten und die Soldaten setzen sich in Bewegung. Pfeilschnell schießen sie vorbei an Wäldern und Feldern und den Ortschaften Gransdorf und Oberkail - an einer typischen Eiffelandschaft eben.

"Manche von ihnen werden für die Strecke eine Stunde brauchen, andere vielleicht zwanzig Minuten", sagt Amanda Currier. Die schnellsten nennen sie "rabbits", Hasen. Es solle hier aber in erster Linie um den Spaß gehen: "Das hier ist kein Wettkampf."

Für Dennis Miller schon: Er schafft es, verschwitzt und außer Atem, als erster wieder zurück zur Scheuermühle. Dass er die Strecke in gerade einmal zwanzig Minuten geschafft hat, liegt am Fitnessprogramm auf der Base. "Wir laufen regelmäßig", sagt er, das gehöre zum PT, zum physical training. Nach und nach laufen die Soldaten jetzt ein, angelockt vom Duft der Schwenkbraten, die auf dem Grill schmoren.

Die letzten, die sich noch über die Bergkuppe schleppen, können hoffen, dass sie noch etwas abkriegen.

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