Land kritisiert den sogenannten Drei-Monats-Schein im Eifelkreis

Versorgung von Flüchtlingen: Zettelwirtschaft hat ein Ende

Eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge will der Eifelkreis auch zukünftig nicht einführen. FOTO: dpa / Jens Kalaene

Bitburg-Prüm. Leben sie länger als 15 Monate in Deutschland, steht ihnen ein Zugang zur Krankenversicherung zu. Asylbewerber im Eifelkreis erhalten dafür bisher einen Schein, der nur drei Monate gilt. Diese Sonderregelung hat das Land nun gekippt.

Wenn ein Deutscher eine Grippe hat, zeigt er beim Arzt die Gesundheitskarte vor. Um alles weitere kümmert sich die Praxis. Die Kosten für die Behandlung werden mit der Krankenkasse des Patienten abgerechnet. Fertig. Auch Langzeiterkrankungen und Operationen deckt die Versicherung ab. Für die vielen Flüchtlinge, die in Deutschland leben, ist das Verfahren komplizierter. Hier übernimmt der Staat die Behandlungskosten – aber nur bei „akuten Schmerzen oder Krankheiten“ und in bestimmten Sonderfällen.

Erst wenn ein Geflüchteter länger als 15 Monate in der Bundesrepublik lebt, steht ihm eine sogenannte „Analogleistung“ zu. Das heißt: Die Menschen haben dann den selben Anspruch auf eine medizinische Versorgung wie ein deutscher Sozialhilfeempfänger.

Das Sozialamt, in Rheinland-Pfalz bei den Kreisverwaltungen angesiedelt, zahlt für diese Leistungen – und zwar nicht nur bei akuten Notfällen, sondern auch etwa für das Rausoperieren der Weisheitszähne und ähnliche Dinge. Meist bekommen die Asylbewerber dann auch eine Gesundheitskarte.

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