Oster-Tradition

Eierlage in Schönecken - Ein Raffer wagt den Rollenwechsel

Als Raffer unterlag Christian Gitzen 2015 seinem Kontrahenten. 14 Eier lagen noch im Sägemehl, als der Läufer Christian Rabe bereits zurück war. Gitzen wagt nun den Seitenwechsel. Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg (aff)

Schönecken. Als Raffer unterlag Christian Gitzen 2015 bei der Schönecker Eierlage. Nun wagt er die zweite Teilnahme – als Läufer. Am Ostermontag tritt er gegen Julius Thiel an.

Mittlerweile gibt es den Wettkampf an vielen Orten in der Eifel, das Original bleibt aber einzigartig: Seit mindestens 255 Jahren treffen sich alljährlich am Ostermontag zwei Herren der Jungesellensodalität zum brüderlichen Wettstreit (siehe Info) – der Schönecker Eierlage. Der ewige Kampf zwischen Raffer und Läufer ist somit nicht nur einer der ältesten lückenlos überlieferten Bräuche der Eifel, sondern auch eine der ältesten Ostertraditionen Europas. Obwohl man auf eine bewegte Geschichte blickt, weiß die Eierlage immer wieder zu überraschen. Diesmal tritt zum Beispiel ein alter Hase an. Christian Gitzen versuchte sich bereits 2015 als Raffer. Er unterlag damals dem Läufer Christian Rabe. Nun tritt er in dessen Fußstapfen und will seinen brüderlichen Kontrahenten, Raffer Julius Thiel, bezwingen.

„Als Schönecker Junge ist es ja quasi Pflicht, zumindest einmal an der Eierlage teilzunehmen. Es zeichnete sich ab, dass wir nicht so viele Bewerber haben werden, ich beschloss zusammen mit Julius, es doch einfach noch einmal zu wagen“, sagt Gitzen. Ob der erfahrene Gitzen größere Chancen hat als er selber, weiß Thiel nicht zu beantworten. „Wir sind bei einer Veranstaltung am Nürburgring vor einiger Zeit zufällig mal miteinander gelaufen. Da zeigte sich, dass wir ähnlich stark sind“, sagte der 19-jährige Raffer. „Ich habe keinen blassen Schimmer, wie meine Chancen auf einen Sieg aussehen, zumal ich als Raffer ja unerfahren bin.“

Egal wie gut die beiden trainiert sind, die Eierlage ist immer eine Herausforderung. Während der Raffer 104 Eier einzeln aufheben und in einem Korb ablegen muss, rennt der Läufer knapp acht Kilometer nach Seiwerath und wieder zurück. Wer seine Aufgabe als erster bewältigt, ist Sieger.

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