Energie

Cattenom soll für die nächsten Jahre weiter am Netz bleiben (Update/Video)

Archivfoto.FOTO: vetter friedemann

Cattenom. Das grenznahe Kernkraftwerk Cattenom bleibt weiter am Netz. Ein Ende der Laufzeit ist nicht in Sicht. Das teilte der Betreiber am Dienstag mit. Der Kraftwerksdirektor sieht keinen Grund, die Anlage vorzeitig abzuschalten. Rheinland-Pfalz legt demnächst ein Gutachten über die Sicherheit des AKW vor.

Das Kernkraftwerk Cattenom wird weiter am Netz bleiben. Und zwar weit über die zunächst geplante Laufzeit von 40 Jahren. Das machte der Direktor der seit 1986 laufenden Anlage, Thierry Rosso, am Dienstag bei einer Pressekonferenz deutlich. Solange die französische Atomaufsicht bei den alle zehn Jahren stattfindenden Überprüfungen der vier Reaktorblöcke einen Weiterbetrieb genehmige, werde das Kraftwerk an der lothringischen Obermosel weiter Strom produzieren. In diesem Jahr steht dieses Revison für den zweiten Reaktorblock der Anlage an.

Während der Rosso an die Zukunft der Anlage glaubt, hat kurz zuvor der französische Umweltminister Nicolas Hulot eine politische Trendwende in der französischen Energiepolitik verkündet. Bislang setzte das Nachbarland bei der Stromerzeugung fast ausschließlich auf Atomenergie. Nun sagte Hulot, dass er darin keine Zukunft mehr sehe.

Rosso hält das Kernkraftwerk für sicher. Offiziell hat es im vergangenen Jahr 52 Zwischenfälle gegebn in Cattenom gegeben. Bei keiner der Pannen habe es Auswirkungen auf die Umwelt oder für die Sicherheit der Mitarbeiter gegeben. Zwei Zwischenfälle, die die mangelnde Erdbebensicherheit aller 58 französischen Atomkraftwerke betroffen hätten, seien von der Atomaufsicht als ernst zunehmende Störfälle eingestuft worden. Es gebe aber kein Sicherheitsproblem, betonte Rosso. Auch das Eindringen von Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace im vergangenen Oktober bewertete er als nicht sicherheitsrelevant. Die Umweltschützer, die in der Nähe des Reaktorgebäudes Feuerwerkskörper gezündet hatten, hätten nicht in kritische Zonen vordringen können. Die direkte Festnahme durch die Polizei, zeige dass die Sicherheitsmaßnahmen gegriffen hätten. Rosso sieht keinen Grund, die Maßnahmen zu erhöhen. Die Anlage sei ausreichend vor terroristischen Anschlägen geschützt.

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