Sanierung

PSA legt Investition in Eisenacher Opel-Werk auf Eis

Die Zukunft des Montagewerks mit etwa 1800 Mitarbeitern bleibt ungewiss. Foto: Martin SchuttFOTO: Martin Schutt

Rüsselsheim/Eisenach. Wegen des anhaltenden Streits um die Opel-Sanierung hat der französische PSA-Konzern seine Investitionsentscheidung für das Werk Eisenach auf Eis gelegt.

Es habe am Montag bei einer Sitzung des PSA-Exekutiv-Komitees kein grünes Licht für die Investition gegeben, teilte Opel-Chef Michael Lohscheller den Mitarbeitern mit. Grund sei die fehlende Einigung mit der IG Metall und dem Betriebsrat über die künftigen Bedingungen.

Die Zukunft des Montagewerks in Thüringen mit etwa 1800 Mitarbeitern bleibt damit ungewiss. Im Opel-Sanierungsplan „Pace“ ist für Eisenach vom kommenden Jahr an die Produktion eines Geländewagens vorgesehen, der auch mit Elektroantrieb ausgestattet werden kann. Die dafür notwendigen Investitionen in neue Anlagen sind nun vorerst gestoppt. Ihre Höhe und konkrete Auswirkungen auf die Arbeitsplätze wurden nicht genannt. Derzeit arbeiten etwa 130 Mitarbeiter aus Eisenach in den Opel-Werken Rüsselsheim und Kaiserslautern. Zudem ist Kurzarbeit vereinbart.

Einem kurzfristig anberaumten Spitzentreffen im Berliner Wirtschaftsministerium blieb PSA-Chef Carlos Tavares am Montag fern. Ein Sprecher nannte die kurze Vorlaufzeit als Grund für die Absage an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sowie zahlreiche Politiker aus den Ländern mit Opel-Werken. Man sei aber weiter bereit, „den bilateralen Dialog mit der Politik auf Bundes- und Landesebene fortzusetzen.“ Zuvor hatte das „Manager-Magazin“ über das Treffen berichtet.

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) pocht darauf, dass der PSA-Konzern seine Zusagen einhält. „Für das Werk Eisenach erwarten wir eine Investitionsentscheidung, die die aktuelle Auslastung erhält und über 2020 hinaus sichert“, erklärte Tiefensee nach dem Treffen in Berlin. „Das bedeutet die Produktion von mindestens zwei Fahrzeugen am Standort.“

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