Politik

Das Personalkarussell im Weißen Haus dreht sich weiter

Mike Pompeo, neuer amerikanischer Außenminister. FOTO: Susan Walsh / dpa

Washington. US-Präsident Donald Trump feuert seinen Außenminister Rex Tillerson per Twitter – Nachfolger soll der CIA-Chef Mike Pompeo sein.

Wenn es ein Omen war, dann war es kein gutes. Rex Tillerson blieb zwar in Afrika, statt seine Reise sofort abzubrechen, doch am Sonnabend ließ er einen Sprecher mitteilen, dass er sich nicht wohlfühle und in Nairobi einen Tag Pause einlege, ohne offizielles Programm. Ein Schwächeanfall eines Außenministers, dessen berufliches Schicksal seit Monaten am seidenen Faden hängt: Da brodelt die Gerüchteküche. Am Dienstagmorgen bestätigte Donald Trump, dass es sich diesmal um mehr handelte als um Spekulationen. CIA-Direktor Mike Pompeo, schrieb er in einem Tweet, werde der neue Außenminister sein. „Er wird einen fantastischen Job machen! Dank an Rex Tillerson für seinen Dienst.”  

     Mit Tillerson geht ein Praktiker. Ein Schwergewicht der Geschäftswelt, das Trump auch deshalb ins Kabinett holte, weil es zu seiner Philosophie passte, nach der ein Businessman allemal mehr fertigbringt als ein Politiker. Als Konzernchef von Exxon Mobil war der Texaner mit der Reibeisenstimme zwar gewiss kein Neuling auf dem Feld der Diplomatie. Nur hatte er bis dahin die engeren Interessen einer Ölgesellschaft vertreten, nicht die deutlich breiter definierten einer Supermacht. Tillersons Name stand für kühle Realpolitik, bei der die Menschenrechte eher kleingeschrieben wurden. Das Image des Managers, es schien zu passen zu Trumps Ansatz, die Rolle Amerikas in der Welt auf ein Minimum zu begrenzen, statt rund um den Globus auf demokratische Verhältnisse hinzuarbeiten.

     Mit dem Vorgesetzten im Oval Office ist er dann allerdings nie warm geworden. Die Chemie stimme nicht, wussten Insider schon vor Monaten zu berichten. Dass es indes in erster Linie inhaltliche Differenzen waren, die Tillersons Entlassung besiegelten, hat der Präsident selber nach seiner Entscheidung deutlich gemacht. „Wir haben einfach nicht dasselbe gedacht“, sagte er vor Reportern im Weißen Haus. Bevor der US-Präsident im Falle Nordkoreas zumindest vorläufig auf eine moderatere Linie einschwenkte, war es neben Verteidigungsminister James Mattis namentlich Tillerson, der zur Besonnenheit mahnte. Im vorigen Sommer soll er Trump im kleinen Kreis einen „moron“, einen „Trottel“, genannt haben. Am Montag fand er, nach der Nervengiftattacke im südenglischen Salisbury, deutliche Worte an die Adresse Moskaus, während Trump den Vorfall mit Schweigen überging. Zu dem Zeitpunkt, heißt es, soll die Personalrochade bereits beschlossene Sache gewesen sein.

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