Rheinland-Pfalz

Ließ Land Unwetteropfer im Regen stehen?

Hunderte Feuerwehrleute hatten im Sommer 2018 in der Vulkaneifel (auf dem rechten Bild in Berlingen) alle Hände voll zu tun, um das Hochwasser in den Griff zu kriegen. Der Bierbach (linkes Foto) verwandelte sich kurz vor dem Eingang in den Eifel-Zoo in Lünebach in einen reißenden Strom. FOTO: g_pol1 <g_pol12@volksfreund.de>

Dudeldorf/Mainz. Die CDU wirft der Ampel vor, nur einen Bruchteil versprochener Hilfen überwiesen zu haben. Die Regierung lässt das nicht auf sich sitzen.

Bäche verwandelten sich in reißende Sturzfluten, die Häuser überschwemmten, Wände mit Schlamm bedeckten und Möbel zerstörten. Den Sommer 2018 verbinden manche Betroffene in Eifel und Hunsrück immer noch mit schweren Unwettern, bei denen sie ihr Hab und Gut verloren. Die Landesregierung schnürte damals ein 3,5-Millionen-Euro-Paket, das Hochwasseropfern helfen sollte.

Nun ziehen dunkle Wolken auf. Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf kritisiert, dass von der angekündigten Summe gerade mal 2,5 Prozent bei den Menschen angekommen seien. „Der Elefant hat eine Maus geboren“, wettert er.

Was steckt hinter den Vorwürfen? Ein Blick zurück: Das Land kündigte nach den schweren Regenfällen unter anderem Soforthilfen von bis zu 1500 Euro für besonders schwer betroffene Unwetteropfer an, die Unterschlupf, Kleidung oder Verpflegung für ihre Kinder brauchten. 50 000 Euro zahlte das Land dafür alleine an den Eifelkreis Bitburg-Prüm. Landrat Joachim Streit sagt dem TV, das Geld und rund 40 000 weitere Euro des Kreises seien vollständig an 60 Unwetteropfer überwiesen worden, die sich gemeldet hätten. Andere Kreise dagegen, so sagt es der rheinland-pfälzische Staatssekretär Thomas Griese (Grüne), hätten das Geld des Landes nicht vollständig abgerufen. Der Kreis Bernkastel-Wittlich habe 24 108 von 25 000 Euro zurück nach Mainz überwiesen, weil es nicht genügend Anträge gegeben habe. Die Stadt Kaiserslautern habe 10 250 Euro zurückgezahlt, der Kreis Kusel 14 500 Euro.

top