Jeder Vierte kommt in die Klinik

Trier. Die Rheinland-Pfälzer müssen im Vergleich zu anderen öfter ins Krankenhaus.

Sind die Menschen in Rheinland-Pfalz kranker als andernorts? Das jedenfalls legt eine Auswertung der Krankenkasse Barmer nahe, die dem TV vorliegt. Hierzulande müssen die Menschen öfter ins Krankenhaus als im Bundesdurchschnitt. Fast jeder vierte Rheinland-Pfälzer war im vergangenen Jahr mindestens einmal im Krankenhaus. Umgerechnet auf 1000 Einwohner kommt man so auf durchschnittlich 227 stationäre Behandlungen im Land. Bundesweit seien es, so heißt es im Krankenhausreport, nur 216 Krankenhausfälle je 1000 Einwohner aus. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg, kommen auf 1000 Menschen 164 Krankenhausaufenthalte, in Thüringen waren es 247 stationären Behandlungen je 1000 Einwohner. Rheinland-Pfalz komme damit im Vergleich aller 16 Bundesländer auf Platz sechs, heißt es in dem Report.

Und woran liegt das? "Mit der Bevölkerungsstruktur lässt sich der Unterschied zum Bundesdurchschnitt nicht erklären", sagt Dunja Kleis, Barmer-Landeschefin. In früheren Auswertungen hieß es, dass in Rheinland-Pfalz häufiger als in anderen Bundesländern auch bei leichteren Erkrankungen Klinikbehandlungen erfolgten.

Nach dem aktuellen Report sind körperliche Leiden der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung in Rheinland-Pfalz. 212 der 227 Klinikaufenthalte je 1000 Einwohner gingen darauf zurück. Die übrigen Krankenhausaufenthalte seien auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Allerdings fällt der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt immer kürzer aus. Laut Barmer hat im Durchschnitt hat jeder Rheinland-Pfälzer im vergangenen Jahr 1,7 Tage im Krankenhaus verbracht (der Bundesdurchschnitt liegt bei 1,6 Tagen).

Trotzdem müssen die Krankenkassen pro Klinikbehandlung im Land mehr bezahlen als in anderen Bundesländern. Das liegt am sogenannten Landesbasisfallwert. Mit dem wird festgelegt, wie hoch die Kosten für eine bestimmte Leistung sind. Dieser Wert liegt in Rheinland-Pfalz bundesweit am höchsten. So kostet zum Beispiel eine Blinddarm-Operation hier rund 3410 Euro, der bundesweite Schnitt liegt bei 3240 Euro. Laut Barmer kostet eine stationäre Klinikbehandlung im Land im Schnitt 906 pro Versicherten, bundesweit sind es 873 Euro. Kleis fordert erneut die Landesregierung auf, bei der Krankenhausplanung Qualitätskriterien besser zu berücksichtigen, wie etwa Vorgaben zu Mindestmengen von Operationen und Personal. Nur wenn die Kliniken diese erfüllten, könnten ihnen Behandlungen bezahlt werden.

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