Kolumne

Hier marxt der Backes Herrmann: Junge, komm bald wieder

Marx-WerkeFOTO: Frank P. Meyer

Trier. „Woran erkennt man, dass jemand gerade in der Marx-Ausstellung im Landesmuseum war?“ Schon der Art, wie der Backes Herrmann das fragt, wird klar, dass er sticheln will: „Am gebeugten Oberkörper und den zusammengekniffenen Augen.“

Dem Herrmann war aufgefallen, dass die Marxausstellung in gut sechs Wochen vorbei ist, und wir etliches davon noch nicht gesehen haben. Wir also ab ins Landesmuseum, wo Marx’ Schriften und Ideen im Mittelpunkt stehen. Das „Manifest“ und das „Kapital“, gehören immerhin zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Einige der Ausstellungsräume überraschen uns äußerst positiv, so z.B. der Vermehrungssaal, in dem wir uns in einem vollverspiegelten Raum wiederfinden. Auf den Spiegelflächen steht lediglich das Wort KAPITAL (in verschiedenen Schreibweisen). Ansonsten sieht man nur: sich selbst, aber das gleich vielfach und aus verschiedenen Perspektiven. Hier werden wir vermehrt wie der Zaster eines Großindustriellen. Statt es bei dieser optischen Metapher bewenden zu lassen, begehen etliche Museumsbesucher den Fehler, sich vielfach und von allen Seiten gleichzeitig fotografieren zu wollen. Nun besteht der durchschnittliche Museumsgänger, zumal der des Landesmuseums, in der Regel nicht aus einer 360-Grad-Rundum-Schokoladenseite. Also werden Jacken über Hinterteile gezubbelt, Bäuche in Profilansichten eingezogen, und man hört Kommentare wie: „Ich wusste gar nicht, wie bescheuert ich von schräg hinten links in dieser Hose aussehe...“

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