Kolumne

Hier marxt der Backes Herrmann: Chinesen verfolgen

FOTO: Frank P. Meyer

Trier. „Vor fast 2000 Jahren wurden in Trier Christen verfolgt, jetzt Chinesen. Und das auch noch von uns“, beschwere ich mich beim Backes Herrmann. Der hat kein Problem damit, chinesische Touristen zu stalken: „Die merken doch gar nicht, dass wir ihnen quer durch die Stadt folgen.

Sieh uns doch an: unauffällige Klamotten, Durchschnittsgesichter – für Chinesen sehen bestimmt alle Trierer gleich aus.“

Der Herrmann hat sich in den Kopf gesetzt, herauszubekommen, was die wenigen Tages-Chinesen, die man so sieht, in Trier eigentlich machen. Vorletzte Woche haben wir im Gästebuch des Karl-Marx-Museums Indizien dafür gefunden, dass zumindest im KaMaMu häufiger Chinesen auftauchen (siehe Kolumne „Chinesen zählen“ vom 9.7.2018). Aber wo gehen sie hin, nachdem sie ein Selfie unter der Karl-Marx-Gedenktafel gemacht haben? Einen entscheidenden Hinweis erhielten wir von einer KaMaMu-Mitarbeiterin, die uns verriet, dass manche chinesischen Besucher fragen, wie sie denn zum Karl-Marx-Denkmal kommen. Die Mitarbeiterin deutete auf einen handgezeichneten Lageplan an der Wand hinter der Kasse: „Viele sagen dann: ‚Hätten wir das gewusst! Direkt bei der Porta Nigra, da kommen wir gerade her’.“

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