Sigmar Gabriel an Uni Bonn

"Gespaltene EU-Syrien-Strategie ist gefährlich"

Bonn. Von den großen politischen Bühnen in die rheinische Provinz: Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat bei seiner ersten Vorlesung an der Uni Bonn eine gemeinsame europäische Syrien-Strategie angemahnt.

Von der großen politischen Bühne in die rheinische Provinz: Der ehemalige Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat bei seiner ersten Vorlesung an der Uni Bonn eine gemeinsame europäische Syrien-Strategie angemahnt.

"Es ist eine wahre Herkulesaufgabe, die Europa da zu bewältigen hat", sagte der SPD-Politiker am Montag in der Vorlesung. Er kritisierte, dass Europa zuletzt wieder ohne gemeinsame Linie agiert habe: Frankreich und Großbritannien hätten sich mit den USA an den Militärschlägen beteiligt, Deutschland und andere europäische Länder hätten sich zurückgehalten. "Diese Spaltung ist wirklich gefährlich, weil sie andere Mächte dazu ermuntert, uns zu testen", sagte Gabriel.

Aus den Rängen gab es während der Vorlesung auch Kritik und Zwischenrufe: Protestierende hielten zudem im Hörsaal während der Antrittsvorlesung ein Transparent mit der Aufschrift "Gegen Iran-Siggi - für Israel" hoch. Gabriel reagierte ruhig und souverän auf die Störungen.

Der vor einem Monat aus dem Amt geschiedene Ex-Minister sprach über das Thema "Deutschland in einer unbequeme(re)n Welt". Er hatte sich noch als Außenminister bereiterklärt, in diesem Sommersemester ehrenamtlich einen Lehrauftrag an der Traditionsuni zu übernehmen. Auch die ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und Christian Wulff, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und der frühere Außenminister Joschka Fischer waren nach dem Ende ihrer politischen Laufbahn als Gastdozenten aktiv geworden.

(felt)
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