Annegret Kramp-Karrenbauer führt die CDU

Eine Wette auf die Zukunft

Angela Merkel gratuliert Annegret Kramp-Karrenbauer zu ihrem Wahlsieg.FOTO: AP / Markus Schreiber

Die CDU geht mit Annegret Kramp-Karrenbauer in die Zeit nach Angela Merkel. In einer spannenden Wahlschlacht sorgte Jens Spahn mit einer starken Rede für Akzente, am Ende aber setzte sich die größere Gewinnerwartung für die Partei durch.

Rein in die Zukunft. Vergangenheit war gestern. Und dazu waren sie noch einmal draußen. In der Nacht von Hamburg. Reden, werben, Hände schütteln. Jens Spahn und Friedrich Merz beim Abend der NRW-Delegierten. Annegret Kramp-Karrenbauer bei einem Abendessen mit Wirtschaftsvertretern unter den Delegierten. Aber wichtig ist auf dem Platz. Und jetzt müssen die drei Kandidaten schnell ins Spiel kommen. Jede und jeder für sich. 20 Minuten, die über eine Politik-Karriere entscheiden können. Die Frau unter den drei Bewerbern für den CDU-Vorsitz muss vorlegen. Das kann ein Nachteil sein. Es gilt die Reihenfolge des Alphabets. K wie Kramp-Karrenbauer vor M wie Merz und S wie Spahn. AKK, wie die CDU-Generalsekretärin gekürzt wird, muss die Halle warm reden. Merz und Spahn können sich – vorerst – zurücklehnen, auch wenn ihre Nerven bis zum Äußersten angespannt sind. Jeder Satz muss sitzen. Ein Fehler kann dieses Finale entscheiden.

Alles oder nichts. So hat es Kramp-Karrenbauer vorher für sich gesagt. Sie werde, sollte sie nicht gewählt werden, nicht wieder als CDU-Generalsekretärin antreten. Natürlich nicht. Und natürlich wird sie auch nicht unter einem Vorsitzenden Merz oder einem Parteichef Spahn als Stellvertreterin fungieren. Die Operation „Machtwechsel“ erfordert Fingerspitzengefühl, weil Spaltung kein gutes Ergebnis wäre. Denn es gehe darum, „dass möglichst viele mit an Bord genommen werden – und an Bord bleiben“, wie der Vorsitzende der baden-württembergischen Landtagsfraktion, Wolfgang Reinhart, schon vor einer Austrittswelle warnt, die gerüchteweise bevorsteht, sollte Merz nicht nächster Parteichef der CDU werden. Geschlossenheit als Schlüssel für politischen Erfolg, hatte Angela Merkel ihrer Partei noch mitgegeben. Um 13.43 Uhr verlässt sie ihren Platz der CDU-Vorsitzenden – für immer. Und wechselt auf die andere Seite der Bühne. 20 Meter auf dem Weg in eine neue Zeitrechnung.

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