Protest gegen Preis für Rapper

Gewinner geben Echo zurück

Berlin. Während die Gewinner des "Echo Klassik 2017" ihren Preis nach der umstrittenen Echo-Verleihung an die Rapper Kollegah und Farid Bang aus Protest zurückgeben wollen, hat der Sänger Peter Maffay einen Rücktritt der Verantwortlichen gefordert.

Die Debatte um den Echo für Kollegah und Farid Bang geht weiter: Peter Maffay fordert einen Rücktritt der Verantwortlichen, und die Echo-Gewinner Notos Quartet und Klaus Voormann geben aus Protest ihre Trophäen zurück.

"Was sich für mich als Geschenk anlässlich meines 80. Geburtstags anfühlte, entpuppt sich nun als große Enttäuschung", teilte Klaus Voormann am Montag in München mit. Der Musiker und Grafiker, der am 29. April seinen 80. Geburtstag feiert, hatte am Donnerstag einen Echo für sein Lebenswerk erhalten.

Auch die Rapper waren mit dem wichtigen Musikpreis geehrt worden - für ihr Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3", das als antisemitisch kritisiert wird. Es enthält Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow".

Voormann erklärte, er habe sich die Rückgabe seines Echos reiflich überlegt und sich deshalb auch mit den Texten des umstrittenen Albums beschäftigt. "Provokation ist erlaubt und manchmal sogar notwendig, um Denkanstöße zu geben", sagte der Musiker, der als Wegbegleiter und Freund der Beatles gilt. Aber die Grenze zu menschenverachtenden, frauenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen und Taten dürfe nicht überschritten werden. "Was muss passieren, dass ein Echo-Ethikrat Konsequenzen ergreift und eine Nominierung trotz Megaumsätzen eines Albums aus ethischen Gründen ablehnt?"

(felt)
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