Auf der Suche nach Zinsen

Wie sicher sind Sparprodukte aus dem Ausland?

Im europäischen Ausland können Anleger oft mehr Zinsen für ihr Geld bekommen. Mitunter müssen sie dann aber auch Quellensteuer zahlen. Foto: Andrea WarneckeFOTO: Andrea Warnecke

Berlin. Die Summe ist gigantisch: 5,9 Billionen Euro betrug das Geldvermögen der Deutschen Ende 2017. Damit lässt sich einiges anstellen. Doch die Bundesbürger sind konservativ. Und sie sind meist eher skeptisch, was Banken im Ausland angeht.

Der größte Teil des Geldes (2,2 Billionen Euro) war nach Angaben des Bankenverbands bei heimischen Versicherungen, Pensionskassen und berufsständischen Versorgungswerken angelegt. Die Sicht-, Termin- und Spareinlagen landeten mit gut 2,1 Billionen Euro auf Platz zwei.

Damit verschenken Sparer Geld, denn bei der Bank um die Ecke gibt es in der Regel keine bis sehr wenig Zinsen. Angebote knapp über 0 Prozent für sichere Sparprodukte sind laut Stiftung Warentest weit verbreitet. Sparer, die mehr für ihr Geld bekommen wollen, müssen den Blick über die Grenze wagen. Ausländische Banken zahlen oft mehr.

Das weiß auch Max Herbst von der FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main: „Die Angebote von europäischen Banken sind oft besser, weil das Zinsniveau dort oft ein anderes ist“, erklärt der Experte. „Der Druck auf dem deutschen Markt ist viel größer.“

Und so wundert es dann auch nicht, dass in der FMH-Zinsübersicht die ersten zehn Plätze bei Festgeldangeboten von Instituten mit ausländischer Einlagensicherung belegt werden. Anbieter kommen zum Beispiel aus Lettland, Frankreich, Estland, Malta, Italien oder Portugal. Geschützt sind jeweils Einlagen bis zu einem Betrag von 100 000 Euro pro Sparer.

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